Wirtschaftsminister Morlok (FDP): Innovative sächsische Umwelttechnik ist in China sehr gefragt

Unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen und Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) reiste eine sächsische Unternehmerdelegation vom 5. bis11. Juni 2011 in die chinesische Partnerprovinz Hubei. Im Fokus der Reise in das Land der Mitte standen Sachsens Kompetenz im Bereich innovativer und nachhaltiger Umwelttechnologien.

Zum Ende der Delegationsreise des stellvertretenden Ministerpräsidenten Sven Morlok in die chinesische Partnerprovinz Hubei und nach Peking zogen die mitreisenden Unternehmer ein positives Resümee.

Nach dem Fachsymposium in Wuhan zu Beginn der Reise nahm die Delegation Termine bei der Provinzregierung von Hubei wahr. Gespräche wurden u. a. mit dem Entwicklungs- und Reformkomitee, dem Wirtschafts- und Informationskomitee, den Ministerien für Wohnungen, städtischen und ländlichen Bau, dem Ministerium für Umweltschutz, dem Entwicklungs- und Reformkomitee sowie dem Außenamt und dem Umweltinstitut der chinesischen Provinz geführt.

Der Sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok und die teilnehmenden Unternehmen wurden über die große Bedeutung umweltpolitischer Themen im 12. Fünfjahrplan der VR China informiert. So soll die Energieeffizienz durch strengere Umweltauflagen, verstärkte Kontrollen und erhöhte Investitionen um 20 Prozent gesteigert werden. Angesichts der gewaltigen Umweltprobleme schätzen Experten den Investitionsbedarf im kommenden 12. Fünfjahrplan auf rund 340 Milliarden Euro. Große Themen werden künftig die Energieeinsparung und Emissionsminderung, der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, die Einführung von Ressourcenmanagement im Wasser- und Energiebereich, eine deutliche Erhöhung des Anteils alternativer Energien an der Energiegewinnung sowie die Planung und Umsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein.

Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP): „Angesichts der ehrgeizigen Ziele der chinesischen Regierung sind innovative Produkte und Leistungen sächsischer Unternehmen sehr gefragt. Wir sind gemeinsam mit ihnen nach China gereist, um bei der chinesischen Seite für Kooperationsprojekte zu werben. Im chinesischen Markt steckt großes Potential für die sächsische Umwelttechnikbranche.“ Die mitreisenden Unternehmer informierten über ihre Kompetenzen im Bereich dezentraler Abwasseraufbereitung, die effiziente Behandlung von Abwassern industrieller Betriebe, Sanierung und Nachnutzung von ehemaligen Industrie- und Bergbauflächen, Gewässerschutz und den effizienten Einsatz regenerativer Energien.

Höhepunkt des Besuches in der Provinz Hubei war das Treffen mit dem stellvertretenden Gouverneur Zhang Gang. Im Beisein der beiden politischen Verantwortungsträger unterzeichneten die Firmen BioPlanta GmbH aus Leipzig und Bergman clean Abwassertechnik GmbH aus Penig eine Kooperationsvereinbarung mit der Hubei Academy of Environmental Sciences. Die beiden Unternehmen planen einen Demonstrations- und Ausbildungspark für Abwassertechnik in der Provinz Hubei. Nachdem zentrale Abwasserlösungen in China bereits gut eingeführt sind, plant die Provinzregierung eine bessere abwassertechnische Erschließung ländlicher Gebiete. Schwerpunkt der Maßnahmen bildet der noch im Stadtbezirk von Wuhan gelegene Liangzihu See, der eines der wichtigsten Trinkwasserreservoire der 10 Millionen Metropole ist. Eine weitere Kooperationsvereinbarung unterzeichnete die Firma BAeR zum Thema Bodensanierung. Die Sanierung innerstädtischer Altlasten vor allem für Wohn- und auch Gewerbenutzung stellt eine der größten Zukunftsaufgaben in China dar.

Im Rahmen verschiedener Exkursionen stellte die chinesische Seite erste realisierte Projekte zur Abwasserbehandlung und Nutzung von Biogas und der Altlastensanierung vor. Die Umweltakademie von Hubei erprobt verschiedene Arten kleinerer Kläranlagen in Siedlungen mit bis zu 1.500 Einwohnern.

Ein weiteres Highlight war die feierliche Inbetriebnahme einer von der Leipziger Firma BioPlanta GmbH errichteten Kläranlage im Ort Qichun. Die Abwässer eines Nahrungsmittel verarbeitenden Betriebes werden in zwei Stufen mit Hilfe eines Constructed wetland gereinigt. Vorhandene Technik wurde einbezogen und optimiert. Die chinesische Seite setzt große Hoffnungen in diese Technologie, da diese robust ist, wenig Energie benötigt und sich auch unter den Bedingungen eines Schwellenlandes bereits bewährt hat.

Peking war am Freitag letzte Station der Delegationsreise unter Leitung von Sven Morlok. Am Vormittag besuchte der Minister auf der Umweltmesse „China International Environmental Protection Exhibition & Conference 2011“ sächsische Unternehmer auf dem Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS).

Im anschließenden Gespräch mit Dr. Michael Schaefer, dem deutschen Botschafter in China wurden u. a. die großen Potenziale deutscher Firmen in China diskutiert. Der Minister verwies auf die raschen positiven Entwicklungen auf vielen Gebieten und riet dazu, die mit der sächsischen Partnerregion Hubei begonnene Zusammenarbeit zu intensivieren und die Kräfte dort zu bündeln. Die Deutsche Botschaft begrüßt und unterstützt ausdrücklich Partnerschaften deutscher Bundesländer mit chinesischen Provinzen. Sachsen habe dabei mit Hubei einen interessanten und zukunftsträchtigen Partner gefunden.

Interessant für die sächsischen Unternehmer war außerdem ein Informationsaustausch in der Deutschen Botschaft mit Vertretern der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) China, die im Rahmen verschiedener Programme für Umweltschutz zuständig sind.

Letzte offizielle Termine des Ministers und der Unternehmer vor dem Rückflug fanden im Chinesischen Umweltministerium mit Generaldirektor Li statt, der von Experten für Altlastensanierung begleitet wurde. Im nachfolgenden Gespräch traf die sächsische Delegation den stellvertretenden Gouverneur der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission. Auf der Agenda standen auch hier die Themen erneuerbare Energien, Altlastensanierung und innovative Umwelttechnik.

Morlok zeigte sich positiv überrascht von der Offenheit, mit der die chinesische Regierung über die Herausforderungen und bisher ungelöste Aufgaben im Umweltschutz spricht. Auch ließen die verschiedensten chinesischen Gesprächspartner die klare Entschlossenheit erkennen, konsequent an der Lösung dieser Aufgaben zu arbeiten.

Medienservice Sachsen
Quelle: Mediaservice-Sachsen