»Wir erwarten keinen Ansturm«

Diakonie und Johanniter bereiten sich auf den Start des Bundesfreiwilligendienstes vor.

BFD_Flyer-13Seit Mitte Mai blicken engagiert aussehende Menschen von Plakatwänden herab, um noch einmal darauf hinzuweisen: Am 1. Juli startet der Bundesfreiwilligendienst (BFD), als neue Form des Freiwilligendienstes nach Abschaffung von Wehrpflicht und Zivildienst. Dann können auch Menschen über 27 Jahre sechs bis 24 Monate lang einen freiwilligen Dienst unter anderem in den Bereichen Soziales, Umweltschutz, Integration Kultur oder Sport leisten.

Freiwillige beim BFD werden wie bei Zivildienst und Freiwilligem Sozialen Jahr (FSJ) sozialversichert sein. Ihre Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlt die Einsatzstelle. Laut Bundesfamilienministerium werde auch ein Taschengeld von bis zu 330 Euro monatlich gezahlt.

Bei zwei großen Trägern in Sachsen, der Diakonie und der Johanniter-Unfall-Hilfe, beginnt im Juli jedoch noch niemand diesen neuen Freiwilligendienst. Agnes Bost vom Referat Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) der Diakonie in Radebeul sagt: »Unser Konzept steht seit Januar, muss aber permanent angepasst werden.«

Julian Rossig von den sächsischen Johannitern nennt als Grund: »Es ist eine Bundesangelegenheit, die leider noch nicht in allen Punkten abschließend geregelt wurde. Deshalb schweben wir als Träger noch ein Stück weit in der Luft.« Etwa in Bezug auf die Frage, ob und in welcher Höhe man mit einer Bundesförderung rechnen könne. »Wir sind auf Anfragen vorbereitet, haben jedoch noch keine festen Zusagen gemacht.«

Bei den Einsatzstellen, die zur Diakonie gehören, sollen die ersten Freiwilligen erst im September gleichzeitig mit den FSJ-lern beginnen. Sachsenweit werden etwa 100 Stellen zusätzlich zu den 95 FSJ-Stellen zur Verfügung stehen.

Johanniter und Diakonie sind sich einig: Zwischen FSJ und BFD darf es qualitativ keine Unterschiede geben, sie sollen auch nicht in Konkurrenz zueinander treten. Agnes Bost betont: »Wir haben ein klares christlich-diakonisches Profil, das wir gerne übertragen würden.«

Erste Anfragen von vor allem älteren Interessenten gäbe es bei der Diakonie schon. Einen Ansturm auf den neuen Freiwilligendienst erwarten weder Julian Rossig noch Agnes Bost: »Wahrscheinlich brauchen wir noch ein Jahr, um den BFD bekannt zu machen.«

Maxie Thielemann

www.bundesfreiwilligendienst.de

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]