Veranstaltungsbericht: „Stadtentwicklung in Zeiten knapper Kassen“

Gestartet wurde die Podiumsdiskussion von unserem Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn mit Fragen nach dem Plus und Minus der letzten 20 Jahre Stadtumbau in Chemnitz. Das  Bauen auf der „grünen Wiese“ Anfang der 90er und die zu geringe Konzentration auf das Stadtzentrum befanden alle Podiumsredner als Schwachpunkt. Gelobt wurde deshalb das neue Zentren- Konzept der Stadt Chemnitz, einschließlich der neuen Qualität des Bürgerbeteiligungsprozesses.

Die große Abrisswelle sei vorbei und die Aufwertung von Wohngebieten bestimmt künftig den Stadtumbau, so die Baubürgermeisterin Wesseler.  Getadelt  wurde die unzureichende Beachtung der ökologischen Änderungen  (sächsischer Klimabericht) und die ungenügende  Fokussierung auf klimaschonendes Bauen und Sanieren. Mit der künftigen Zertifizierung  für ökologischen Stadtumbau wird eine Qualitätswende  erreicht werden.
Stadtentwicklung und Verkehrsplanung sind oft nicht zusammen entwickelt worden. Jetzt gibt es ein Verkehrskonzept, welches den überdimensionierten Ring um das Stadtzentrum dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen anpassen wird, eine bessere Straßenraumqualität schafft, die Fußläufigkeit und Radfahrmöglichkeit verbessert, attraktive Begrünung ermöglicht und den Fluss Chemnitz erlebbar in das Stadtbild aufnimmt, so die Baubürgermeisterin Wesseler und der Stadtrat Thomas Lehmann. Mit  der geplanten Erweiterung des Schienenprojektes „Chemnitzer Modell“ wird eine Belebung der Innenstadt erwartet. Überraschung brachte die ablehnende Äußerung eines Studenten zum geplanten TU-Innenstadt-Campus und der Belebung des Brühl als künftigen Studenten-Wohnort.

Man will in Bernsdorf bleiben! Quartiersmanagerinnen und Vertreter von Bürgerinitiativen  kritisierten die Einschnitte bei der Städtebauförderung . Jeder Euro dieser Förderung verdoppelt sich. Und die Schaffung einer engagierten Bürgerschaft in den Stadtteilen ist unersetzbar.
Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Möglichkeiten, die sich aus dem Chemnitzer Modell und den versprochenen Landesmittel ergeben sind eine Chance, die wir als Bündnisgrüne erkennen und mitgestalten werden. Das täuscht uns nicht über die mögliche Ausdünnung im nichtinvestiven Bereich, die Schwierigkeiten bei der Schaffung einer Energiewende und die immensen Aufgaben bei der Schaffung eines kompakten Stadtkerns hinweg. Wir bleiben am Thema und werden im Herbst ein Positionspapier beschließen.
Grüne Sachsen News