«Dialog ist kein Mittel zum Frieden»

Viele Menschen, hier und im Ausland, sprechen der Religion eine maßgebliche Rolle im israelischpalästinensischen Konflikt zu. Auch engagieren sich viele im sogenannten interkonfessionellen Dialog zwischen Muslimen, Christen und Juden.

Ja, speziell Menschen oder Politiker aus dem Westen konzentrieren sich auf die Rolle der christlichen PalästinenserInnen. Ich finde das gut, wenn anerkannt wird, dass Religion keine Grundlage für eine Friedenslösung sein kann, sondern dass es um Bürgerrechte gehen muss. In solch einem Szenario ist es sehr wichtig, die christliche Gemeinschaft zu erhalten und ihre Integration in die jeweiligen staatlichen Systeme zu gewährleisten.

Dazu kommt, dass die Präsenz der christlichen PalästinenserInnen daran erinnert, dass der Konflikt keiner zwischen MuslimInnen und JüdInnen ist, sondern einer, in dem es um Land und nationale Identität geht.
Es gibt manche, die die Rolle palästinensischer ChristInnen als Brücke sehen und deshalb die Präsenz und Kontinuität der christlichen Gemeinschaft betonen. Ich persönlich lehne die Brücken-Metapher ab und sehe mich lieber als BürgerInnen wie alle anderen auch. Die Kirchen hier erhalten ausländische Unterstützung, die jährlich in die Millionen US-Dollar geht. Das wird für Wohnungsbauprojekte und viele andere Aktivitäten eingesetzt, die die Gemeinschaft unterstützen und die christlichen heiligen Stätten erhalten. Ohne die Rolle der Kirchen und ihrer Unterstützung kleinreden zu wollen muss aber auch gesagt werden, dass die Menschen von dieser Unterstützung abhängig gemacht wurden. Sie kommen über die Runden, aber sie bestimmen ihre Entwicklung und ihre Zukunft nicht selbst. Deshalb verlassen die christlichen PalästinenserInnen das Land – trotz der Unterstützung. Was wir also brauchen ist wirtschaftliche Unabhängigkeit, die uns zur Selbständigkeit verhilft. Wir wollen unsere eigenen, unabhängigen Entscheidungen treffen.
Aber Unabhängigkeit ist natürlich nur nach dem Ende der israelischen Besatzung möglich.

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