Kühn widerspricht Morlok: Gigaliner entlastet weder Umwelt noch Verkehrswege

Zu den Äußerungen des sächsischen Verkehrsministers Sven Morlok (FDP), Gigaliner würden Umwelt und Straßen schonen, erklärt Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Verkehrspolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Gigaliner entlasten weder Umwelt noch Verkehrswege; die Äußerungen von Minister Morlok entbehren jeder Grundlage. Sie belasten die Verkehrsinfrastruktur zusätzlich, insbesondere Brücken sind für diese Kolosse nicht ausgelegt. Während Morlok keine Gelegenheit auslässt, den bereits sichtbaren Sanierungsrückstau an der Straßeninfrastruktur zu beklagen, will er gleichzeitig mit überschweren und überlangen Lkw den schon desolaten Zustand der Straßen noch weiter verschlechtern.
Überlange Lkw gefährden die Verkehrssicherheit und schaden dem Ziel, Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Bereits heute ist an jedem fünften Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ein Lkw beteiligt. Wenn Riesen-Lkw zugelassen würden, wird es zu einer Verkehrsverlagerung von der umweltfreundlicheren Schiene und dem Kombinierten Verkehr auf die Straße kommen – angesichts des prognostizierten starken Wachstums im Güterverkehr eine verkehr- und umweltpolitische Sackgasse.
Fast alle Bundesländer haben sich deshalb längst vom geplanten Feldversuch des Bundesverkehrsministeriums verabschiedet. Nur ein kleines Häuflein harter Lobbyisten des Speditionsgewerbes, zu denen auch Morlok gehört, ist geblieben. Dabei ist der Feldversuch nutzlos, weil der Einsatz der Lang-Lkw lediglich auf ausgesuchten Autobahnen (ohne Tunnelabschnitte!), aber nicht auf Land- und Stadtstraßen untersucht werden soll. Den Anforderungen im nachgeordneten Straßennetz müssten die Gigaliner bei einer dauerhaften Zulassung aber genügen."
Grüne Sachsen News