Raus aus der Nische

Die Landeskirche will offensiv für ihre Glaubenskurse werben: auf Plakaten, mit Postkarten und im Internet. Interessierte und Suchende sollen künftig einfacher zur Kirche finden.

Auf dem Turm der Dresdner Frauenkirche präsentieren Landesbischof Jochen Bohl, Pfarrerin Beate Schelmat-von Kirchbach vom Kirchenbezirk Leipziger Land, Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann, Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer und Joachim Wilzki von der Ehrenamtsakademie (v.r.) das Werbebanner für die Glaubenskurse. (Foto: Steffen Giersch)

Auf dem Turm der Dresdner Frauenkirche präsentieren Landesbischof Jochen Bohl, Pfarrerin Beate Schelmat-von Kirchbach vom Kirchenbezirk Leipziger Land, Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann, Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer und Joachim Wilzki von der Ehrenamtsakademie (v.r.) das Werbebanner für die Glaubenskurse. (Foto: Steffen Giersch)

Die Glaubenskurse treten aus der Deckung – das ist für Landesbischof Jochen Bohl das Ziel der Initiative »Erwachsen glauben«, die am 24. August auf der Kuppel der Dresdner Frauenkirche eröffnet wurde. Mit Plakaten und Postkarten, auf Bierdeckeln und Bäckertüten will die sächsische Landeskirche in den kommenden Monaten in den Kirchenbezirken Leipzig, Leipziger Land, Marienberg, Chemnitz sowie in Dresden für ihre missionarischen Bildungs­angebote werben. Eine größere Summe werde dafür investiert, heißt es aus dem Landeskirchenamt, genaue Zahlen aber nennt man nicht.

Interessierte finden auf der neu eingerichteten Internetseite www.kurse-zum-glauben.de künftig Glaubenskurse in ihrer Nähe. Diese Angebote seien wichtig in Zeiten, in denen Kirchenzugehörigkeit nicht mehr selbstverständlich sei und daher Glaubenswissen schwinde, so der Landesbischof. Doch es geht um mehr als Werbung: Glaubenskurse sollten zu einem Markenzeichen und Regelangebot von Kirchgemeinden wie Christenlehre- und Konfirmandenstunden werden, sagte Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer. Auch die Diakonie beteiligt sich an dem Projekt.

Die Initiative »Erwachsen glauben« ist 2008 vom Rat der EKD ins Leben gerufen worden. Bereits bisher böten schätzungsweise 75 Prozent der sächsischen Kirchgemeinden Glaubenskurse an, so der Landesbischof. Innerhalb der EKD gehörten sie damit zur Spitze. Doch viele dieser Angebote finden unregelmäßig und im Verborgenen statt. Das solle sich ändern.

In Dresden hat sich dafür eine Arbeitsgruppe gebildet, die unkonventionelle Wege sucht, um Menschen anzusprechen, die bisher nicht im Blick waren. In Grimma starten am 7. September in der dortigen Rathausgalerie Gesprächsabende, im Frankenberger Kindergarten »Pusteblume« lädt die Kirchgemeinde bereits ab dem 1. September zu einem Grundkurs des Glaubens ein. Und in der Nikolaikirche Leipzig findet vom 12. bis 17. September eine Themenwoche mit Gebeten, Musik und Gesprächsangeboten statt.

Derzeit gebe es in der sächsischen Landeskirche pro Jahr 1600 Taufen von Erwachsenen, freut sich der Landesbischof. Doch Glaubenskurse seien offene Gesprächsangebote – und im Hinblick auf die Taufe ohne einen vordergründigen Effizienzgedanken.

www.kurse-zum-glauben.de

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]