Jan Löffler testete 14-Tage die Landesfeuerwehrschule Nardt

Politiker lässt sich inkognito schulen
Von Mirko Kolodziej/ Sächsische Zeitung

Jan Löffler ist einerseits Landtagsabgeordneter der CDU und andererseits Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Neukirchen bei Werdau. Für beide Tätigkeiten war ein Zwei-Wochen-Kurs an der Sächsischen Landesfeuerwehrschule in Nardt durchaus hilfreich.

MdL Jan Löffler aus dem Zwickauer Land

MdL Jan Löffler aus dem Zwickauer Land

Hoyerswerda/ Werdau. Nicht schlecht geguckt haben die Teilnehmer eines Kurses an der Landesfeuerwehrschule in Nardt vor einigen Tagen, als ihnen nach der Abschlussprüfung offenbar wurde, mit wem sie da die Schulbank geteilt hatten. Und auch die Ausbilder staunten, denn der freundliche Feuerwehrmann Jan Löffler von der Freiwilligen Wehr im 4500-Einwohner-Ort Neukirchen bei Werdau ist Berufspolitiker, sitzt für die CDU im Landtag.

„Sowohl wir als auch er selbst wollten, dass der Kurs ganz normal verläuft“, sagt Schulleiter Lutz Fichtner. Nur er und zwei seiner Leitungs-Kollegen waren darüber informiert, dass Löffler sich zwei Wochen lang zum Gruppenführer ausbilden lassen wollte. In Dresden allerdings wussten mehr Leute Bescheid. „Der Innenausschussvorsitzende hat mir gesagt, es werde Zeit, dass er wieder an die politische Front kommt“, berichtete Innenminister Markus Ulbig beim Festakt zum 20. Jubiläum der Feuerwehrschule. Am selben Tag hatte der gelernte Bankkaufmann Löffler, der auch im Haushalts- und Finanzausschuss tätig ist, seine Prüfung ordentlich bestanden.

Kurs war lange geplant

Schon vor zehn Jahren, berichtet der 30-Jährige, habe er eigentlich den Gruppenführer-Kurs belegen wollen, nur nie Zeit gefunden. Nun war die Erfahrung für ihn in Nardt doppelt interessant. Denn Löffler kann bei Einsätzen mit seiner neuen Qualifikation jetzt nicht nur einen zehnköpfigen Trupp kommandieren. Die zwei Wochen in der Feuerwehrschule helfen ihm auch politisch weiter. „Im Herzen und im Kopf sind wir im Innenausschuss nämlich alle kleine Feuerwehrleute“, sagt Löffler, der im vorigen Jahr vom Landtag in den Landesbeirat der Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden entsandt wurde.

Dass er nicht nur ehrenamtlich, sondern auch politisch mit dem Feuerwehrwesen zu tun hat, war auch einer der Gründe für die Geheimhaltung seiner Abgeordnetentätigkeit. „Wenn das vorher bekannt geworden wäre, hätte sich der eine oder andere Feuerwehrmann oder Ausbilder vielleicht die eine oder andere Bemerkung verkniffen“, sagt Schulleiter Lutz Fichtner. Doch darauf kam es Löffler nach eigenem Bekunden an: „In Dresden redet man zwar über die eine oder andere Sache und weiß Bescheid, vor Ort bekommt man aber einen ganz anderen Blick.“

Gute Stimmung registriert

Löffler weiß jetzt zum Beispiel auch, dass sich durch eine Kooperation mit der Feuerwehr Dresden der Engpass an Ausbildungsplätzen in Nardt verkleinert hat: „Man bekommt schneller einen Platz.“ Die Stimmung im Kurs sei im Allgemeinen sehr positiv gewesen, so der Abgeordnete mit Gruppenführer-Status. In Zeiten, in denen viele Freiwillige Wehren Schwierigkeiten haben, die nötige Einsatz-Stärke zu garantieren, ist das ja für die Politik vielleicht schon ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Quelle: Sächsische Zeitung/ Hoyerswerdaer Tageblatt, Mittwoch, 31. August 2011


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