Die Ergebnisse der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2011 erreichte mit 52% den niedrigsten Wert seit 1990. Dabei ist zu beachten, dass die Wahlen 1994 bis 2002 parallel zu Bundestagswahlen stattfanden und somit quasi naturgemäß höhere Wahlbeteiligungen zu vergegenwärtigen waren. Im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl 2006, die ebenfalls eine reine Landtagswahl war, sank die Beteiligung um rund 7%.

Ein allgemeiner Trend zu absinkenden Wahlbeteiligungen bei Landtagswahlen lässt sich aus diesen Werten nicht formulieren. Denn die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Baden- Württemberg in diesem Jahr zeigten, dass auch bei Landtagswahlen zum Teil spürbare Anstiege bei der Wahlbeteiligung möglich sind. In Baden-Württemberg lag die Wahlbeteiligung, gestützt auf die ausgeprägte Wechselstimmung mit 66,2% um rund 13% höher als 2006. In Sachsen-Anhalt stieg die Wahlbeteiligung 2011 auf 51,2% im Vergleich zu 44,4% im Jahre 2006.

Statt eines Begründungszusammenhangs, der die geringe Wahlbeteiligung in mangelndem demokratischen Pflichtbewusstsein der Wahlberechtigten in MV zu erklären sucht, könnte es sich als lohnenswert erweisen, einige Erkenntnisse aus den Vorwahlbefragungen für die Bestimmung der Ursachen der geringen Wahlbeteiligung heranzuziehen. 50% der von Infratestdimap Befragten äußerten die Auffassung, dass die aktuelle Lage in Mecklenburg- Vorpommern „Grund für Zuversicht“ bietet, während 44% „Grund zur Beunruhigung“ sahen.

Die Lage der Bundesrepublik beurteilten die Wahlberechtigten in MV zu knapp zwei Dritteln negativ und damit deutlich schlechter als die Lage im Land. Nur 32% sehen auf Bundesebene Grund zur Zuversicht, 60% dagegen Grund zur Beunruhigung.

Zwar schätzten mit 29% der von Infratest-dimap Befragten auf den ersten Blick vergleichsweise wenig Wahlberechtigte die gegenwärtige wirtschaftliche Lage im Nordosten positiv ein, während 69% sie als weniger gut bzw. schlecht bewerteten. Der erste Anschein trügt hier jedoch, denn zu keinem Zeitpunkt seit 1998 wurde die Wirtschaftslage so optimistisch beurteilt. Bei der Landtagswahl 2002 beurteilten mit über 80% der Befragten die Wirtschaftslage als negativ und unter 10% positiv.

Eine mit Ausnahme der FDP bei den Anhänger/-innen aller relevanten Parteien im Nordosten verbreitete Zustimmung zur Forderung der Einführung von Mindestlöhnen, die seitens der SPD zu den Kernforderungen im diesjährigen Landtagswahlkampf gehörte, prägt die Grundstimmung der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie die große Zufriedenheit mit der Landesregierung, die sich insbesondere aus der Zufriedenheit mit dem Ministerpräsidenten Erwin Sellering und in zweiter Linie zur SPD speist, während die CDU von dieser Grundstimmung überhaupt nicht profitieren kann.

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