Wahlen in Guatemala 2011: Präsident Colom hat sich verrechnet

«Hoffnung» wollte er verbreiten, aber er hinterlässt vor allem Enttäuschung bei seinen Anhängern. Seine Partei «Nationale Union der Hoffnung» (UNE) ist politisch bankrott. Vor vier Jahren gewann Álvaro Colom Caballeros die Präsidentschaftswahlen im zentralamerikanischen Guatemala mit einem gemäßigt-linken Diskurs und noch immer wird er international als «Sozialdemokrat» (seine Partei ist der Sozialistischen Internationale angeschlossen) bezeichnet. Mit der politischen Wirklichkeit hat das aber nichts zu tun. Als fatal stellte sich der Versuch heraus, mit Sandra Torres die ehemalige Ehefrau von Álvaro Colom Caballeros als Präsidentschaftskandidatin aufzustellen. Trotz Scheidung wurde dies als Verfassungswidrigkeit beurteilt und so steht die Regierungspartei bei den Wahlen am 11.09. 2011 ohne Präsidentschaftskandidaten da. Interessante Entwicklungen gibt es dagegen im linken Spektrum: Nachdem bei den letzten Wahlen das linke Bündnis «Maíz» weit abgeschlagen wurde und einige Parteien sogar ihre Zulassung verloren, vereint nun die neue «FRENTE AMPLIO » (Breite Front) nicht nur vier linke Parteien, sondern auch über sechzig soziale Organisationen. Ein weiteres Novum ist die «WINAQ»: unter Rigoberta Menchú tritt mit ihr zum ersten Mal in der Geschichte Guatemalas eine indigene Partei bei Wahlen an.

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