Begründete Hoffnung für die Zukunft

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42, Vers 3

wtc

Geknicktes Rohr, glimmender Docht – das klingt nach Versagen und letzter Kraft, nach Misslingen und Existenzangst. Wenn dies dann gar Bilder zur Beschreibung unserer Existenz sind, dann kommen bittere Fragen: Was, wenn wir ganz zerbrechen? Was, wenn das Feuer endgültig verlischt?

Die Menschen des Volkes Israel sind am Ende, lange Jahre weg von der Heimat, entwurzelt. Immer wieder hat es Anzeichen der Veränderung gegeben, Hoffnung auf Heimkehr. Aber irgendwann, wenn es nur lange genug dauert, macht sich dann doch Resig­nation breit. Der Glaube an den allmächtigen Gott gerät in Anfechtung. Damals!

Uta Krusche-Räder

Uta Krusche-Räder

Und heute?

Aufbrüche gibt es immer wieder, gute Ideen zur Veränderung in unserer Welt und unserem Leben. Aber schwer drücken die Probleme: 12 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hungertod bedroht.

Die Narben des 11. September 2001 sind nicht nur in New York zu sehen, sondern in vielen Menschen zu fühlen. Mit letzter Kraft suchen Menschen ihren Platz in dieser Gesellschaft und verzweifeln, weil sie ihn nicht finden. Lebensentwürfe misslingen. Angst macht sich breit. Geknickt. Glimmend.

Jesaja spricht im Auftrag des sich erbarmenden Gottes zu uns Menschen. Gegen alle Angst und Einsamkeit, gegen Verzweiflung und Resignation: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Das sind Worte mit Wirkkraft. Dabei trägt der alte Gottesknecht des Jesaja für mich das Gesicht Jesu. Die gekrümmte Frau richtet er auf. Dem verzweifelten Aussätzigen entfacht er neues Leben. ER zerbricht nicht. ER löscht nicht aus. ER ermutigt zum Leben.

Das ist wirklich begründete Hoffnung für uns und lässt uns leben in seine Zukunft.

Uta Krusche-Räder

Die Autorin ist Superintendentin des Kirchenbezirks Pirna.

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