Morlok: Berufliche Chancen für Sachsens Arbeitnehmer waren nie besser

Die gute Entwicklung der sächsischen Wirtschaft in den zurückliegenden Monaten überträgt sich auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist der niedrigste jemals im August ausgewiesene Wert seit der Wiedervereinigung. Das „ifo-Beschäftigungsbarometer“ zeigt, dass die Unternehmen in Sachsen ihr Personal weiter aufstocken wollen. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP): „Die Unternehmen stellen neue Mitarbeiter ein, um ihre gut gefüllten Auftragsbücher abzuarbeiten. Die beruflichen Chancen für Sachsens Arbeitnehmer waren nie besser.“ Auch strukturell habe sich Sachsens Arbeitsmarkt sehr gut entwickelt.

1. Arbeitsmarkt weiter stärken

Ausgehend von den 2009 vorliegenden Angaben zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung entsteht bis 2025 unter Berücksichtigung der Beschäftigten bis 55 Jahre nach eigenen Berechnungen der Staatsregierung ein Ersatzbedarf von rund 215.000 Beschäftigten.

Minister Morlok: „Nachwuchsgewinnung, Personalbeschaffung und Mitarbeiterqualifizierung sind in den Fokus der sächsischen Wirtschaft gerückt. Wir werden alle Ressourcen nutzen müssen, um auch in Zukunft den Fachkräftebedarf decken zu können. Und wir werden es uns nicht mehr leisten können, auf Arbeitskräfte für den ersten Arbeitsmarkt zu verzichten. Die Entwicklung macht deutlich, wo neue Beschäftigungsmaßnahmen für den zweiten Arbeitsmarkt nicht erforderlich sind. Stattdessen müssen wir mehr dafür tun, zielgerichtet Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Jugendliche an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen.“ Die stille Reserve baue sich derzeit in einer vom Aufschwung gekennzeichneten Konjunkturphase sukzessive ab.

Nach den amtlichen Statistiken zur Beschäftigungsentwicklung ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen im Alter über 50 bis unter 65 Jahren seit 2000 stetig angestiegen. Der Anteil dieser Altersgruppe an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte im Jahr 2010 den höchsten Wert im Vergleich der letzten 10 Jahre (2000: 20,4 %; 2010: 29,5 %). „Auch ältere Arbeitnehmer profitieren von der Entspannung am Arbeitsmarkt. Berufserfahrung und Einsatzbereitschaft sind gefragt, das zeigt sich an der positiven Beschäftigungsentwicklung,“ so Minister Morlok.

Um speziell für arbeitslose Jugendliche den Einstieg ins Erwerbsleben zu erleichtern, ruft der Freistaat noch in diesem Jahr einen neuen Ideenwettbewerb aus, der analog zum QAB für Langzeitarbeitslose nun auch für die zielgerichtete Heranführung Jugendlicher an den ersten Arbeitsmarkt nach den besten Vorschlägen sucht. „Die Zeit der Pauschallösungen ist vorbei, wir wollen gemeinsam mit den zukünftigen Arbeitgebern gezielt auf die jungen Leute zugehen und Hilfe bei den ersten Schritten ins Berufsleben geben.

Lebenslanges Lernen

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Eigeninitiative der Arbeitnehmer aktiv. „Seit dem 1. November 2010 fördern wir mit dem Weiterbildungsscheck Sachsen die individuelle berufliche Weiterbildung von Beschäftigten und tragen bis zu 80 % der Weiterbildungskosten.“ Bis Ende August haben 2.280 Sachsen von dem Angebot Gebrauch gemacht. „Die von Beginn an starke Nachfrage hat uns positiv überrascht. Der Weiterbildungsscheck ist ein echtes Erfolgsmodell.“ Die bislang rund 7 Millionen Euro Zuschüsse sind gut angelegtes Geld.

„Darüber hinaus setzen wir ganz bewusst einen weiteren Schwerpunkt bei der Weiterbildungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen“, so Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok (FDP). „Dabei vertrauen wir der Entscheidung des Unternehmens, welche Fortbildungen gebraucht werden, um auch künftig erfolgreich am Markt zu bestehen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“ Das einzelbetriebliche Förderverfahren erleichtert kleinen und mittelständischen Betrieben mit der Übernahme von bis zu 80 Prozent der Kosten durch Freistaat und ESF die Weiterbildung ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Bereits 6.617 Unternehmen haben seit dem Programmstart 2007 Förderung für ihre Weiterbildungen erhalten und damit insgesamt 23.623 Mitarbeiter qualifiziert.

„Sachsens Arbeitnehmer und auch Unternehmensleitungen sind sich der Anforderungen bewusst. Mit einer Weiterbildungsquote von 30 Prozent gehört Sachsen zu den Spitzenreitern im Bundesdurchschnitt. Die Anreize, die der Freistaat setzt, unterstützen Arbeitgeber und Beschäftigte wirksam bei ihren Anstrengungen, lebenslanges Lernen praktisch umzusetzen,“ so Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok. Zum Vergleich: Die Weiterbildungsquote im Osten Deutschlands liegt bei 29 Prozent, in den westdeutschen Bundesländern bei 25 Prozent. „Ein Weiterbildungsgesetz, das auf dem Irrglauben beruht, Arbeitgeber und –nehmer hätten widerstreitende Interessen, entspricht nicht der heutigen Lebenswirklichkeit. Sachsens Arbeitnehmer haben großes Interesse, sich beruflich weiterzuentwickeln. Und ihre Arbeitgeber profitieren davon, denn aktuelles Know-how und gut ausgebildete Fachkräfte tragen entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. In der Praxis zeigt sich längst, es geht auch ohne erzwungene Freistellungen,“ so der Minister.

Diese und viele weitere Informationen hat die Sächsische Staatsregierung im Rahmen der Beantwortung einer Großen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN (Drs-Nr. 5/6325) zum Thema „Arbeit und Arbeitsmarktpolitik in Sachsen“ veröffentlicht.

Medienservice Sachsen
Quelle: Mediaservice-Sachsen