Die entscheidenden Dinge müssen ans Licht

Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.
2. Timotheus 1, 10

sonnenaufgang
Wer wie ich über vierzig ist, kennt diese Situation vielleicht: Es wird Abend, man hat einen langen Arbeitstag hinter sich und soll dann auch noch diese kleinen Buchstaben auf der Käseverpackung lesen, die im Supermarkt nicht gerade in der hellsten Abteilung liegt.

Jens Buschbeck ist Pfarrer der Zwickauer Luther-Kirchgemeinde. (Foto: Andreas Wohland)

Jens Buschbeck ist Pfarrer der Zwickauer Luther-Kirchgemeinde.
(Foto: Andreas Wohland)

Ich ertappe mich dabei, wie ich meine Brille abnehme und die kleinen Buchstaben in irgendeine Lichtquelle halte, damit ich endlich erkennen kann, ob und welche Anti­oxidationsmittel das »Naturprodukt« aufweist.

Man wird älter und manches, was vorher im Halbdunkel klar zu erkennen war, muss ans Licht!

Aber Vorsicht – nicht alles!

Selbstverständlich gibt es Dinge, die nun mal nicht ans Licht sollen – in meinem Leben, wie in dem Ihren sicher auch. Dass ich damit nicht nur die Fältchen um Mundwinkel und Augen meine, ist sicher klar. In all diesen Fällen ist ein versteckendes Halbdunkel gar nicht so übel.

Das Neue Testament lässt keinen Zweifel daran, dass hinsichtlich lebensentscheidender Dinge Gott das Halbdunkel verabscheut. Jesus versteckte sich mit seiner Botschaft nicht.

In aller Öffentlichkeit und im Tageslicht sagt er angenehme und unbequeme Dinge in Klarheit und Vollmacht.

Am helllichten Tag wird er nackt an ein Kreuz genagelt, damit jeder ihn sehen kann und an einem klaren Morgen, bei Sonnenaufgang, zeigt er seine Macht über den Tod.

Die Jünger, die sich versteckt hatten, schickt er hinaus ins Licht der Welt, damit sie diese frohe Botschaft vom Sieg über den Tod ausposaunen.

Das Evangelium ist keine Privatsache, sondern eine öffentliche Angelegenheit – ob es unsere Mitmenschen nun wahrhaben wollen oder nicht. Dafür einzutreten ist unser Auftrag – auch in dieser Woche.

Jens Buschbeck

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]