DYNAMIK UND INNOVATION IN SACHSENS LOGISTIK

Sachsens Logistikbranche wächst. Aufgrund seiner geographischen Lage ist der Freistaat der optimale Standort für europaweite Distribution und bildet einen hervorragenden Umschlagplatz für den Transport. Global agierende Unternehmen haben heute schon ihren Sitz oder eine Niederlassung in Sachsen.

Diesem Trend folgend hat die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) bereits vor Jahren die Logistikbranche zu einer ihrer Schwerpunktbranchen gemacht. Auch im Messegeschäft der WFS spiegelt sich dies nun wider. In der vergangenen Woche war die WFS erstmalig auf der internationalen „Transport und Logistik“ – Messe im tschechischen Brünn vertreten. Am, im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erstellten, „Sachsen-live“ Gemeinschaftsstand konnten sich acht Aussteller aus Sachsen präsentieren.

Die WFS hat den Messeauftritt genutzt, um ihr langfristig laufendes Projektpaket „Transport und Logistik 2012“ für sächsische Unternehmen auf dem tschechischen Markt weiterzuentwickeln. Neben einer Kooperationsbörse für sächsische und tschechische Unternehmen zog der Innovationsworkshop „Logistik“ die Aufmerksamkeit von Fachexperten auf der Messe auf sich. Sechs in Sachsen neu entwickelte Technologien wurden dort – mit Unterstützung durch das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e.V. – vorgestellt.

So lieferte beispielsweise die SALT Solutions GmbH, deutschlandweit einer der ersten Anbieter von Software für Cloud Computing, die Antwort auf die Frage, welchen Mehrwert Cloud Computing und der Einsatz von Tablet-Computern für die Logistikbranche haben können: Nicht nur, dass zukünftig damit Firmen und Anwender darauf verzichten können, sich aufwendige Logistiksoftware anzuschaffen und auf eigener Hardware zu betreiben. Darüber hinaus erlaubt die Kombination aus neuer Software und moderner Technik Entscheidungsträgern in Logistikunternehmen, jederzeit und überall auf Informationen zugreifen und Datenbestände ändern zu können. Dadurch können logistische Arbeitsabläufe flexibilisiert und beschleunigt werden.

Zur Verbesserung innerbetrieblicher Montage- und Logistikprozesse wurde von einem Forschungsteam des Institutes Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau (ICM) e.V. gemeinsam mit Industriepartnern ein modulares und selbstfahrendes Bodentransportsystem für schwere Lasten entwickelt. Dessen Vorteile sind im Wesentlichen die geringe Bauhöhe von 35 Zentimetern, die Erweiterungs- bzw. Kombinationsmöglichkeit mit bis zu drei Modulen sowie das innovative, frei programmierbare Antriebs- und Steuerungskonzept mit Akkubetrieb. Letzteres ermöglicht Quer- und Längsfahrten sowie minimale Wendekreise und ist zudem unabhängig von ortsfester Infrastruktur wie Induktionsschleifen oder Energieversorgung. Damit eignet sich das System nicht nur für reine Transportaufgaben, sondern kann gleichzeitig auch als mobile Basis für Fertigungs- und Montageprozesse in verschiedensten Produktionsabläufen zur Anwendung gebracht werden.
Durch die branchenübergreifende Zusammenarbeit des ICM e.V. und seiner Partner ist zudem eine Konzeption für neuartige Lösungen zur Be- und Entladung von standardisierten Transportbehältern, wie z.B. Containern, entstanden. Wie das vorgestellte Bodentransportsystem wird auch diese Innovation in den kommenden Monaten zur Marktreife geführt werden und soll dazu beitragen, Logistikprozesse schneller, wirtschaftlicher, flexibler und sicherer zu gestalten.

Dem Ziel, Logistik- und Transportabläufe im Güterverkehr zu beschleunigen und kostengünstiger zu machen, sie aber auch ökologischer und sicherer zu gestalten, widmet sich die CargoBeamer AG aus Leipzig. In Brünn stellte sie ihre innovative Umschlagstechnik Straße/Schiene von bisher nicht umschlagbaren Sattelaufliegern für die Eisenbahn und den kombinierten Verkehr vor. Derzeit sind etwa 98 % aller Sattelauflieger nicht kranbar und können deshalb auch nicht am unbegleiteten kombinierten Verkehr teilnehmen. Mittels speziell dafür hergestellten Waggons reduziert die neue Technik die Umschlagszeiten eines kompletten Zuges von mehreren Stunden auf ca. 15 Minuten. Beim Spurwechsel von europäischer Normalspur auf Breitspur erfolgt sogar eine Verkürzung von mehreren Tagen auf wenige Stunden. Damit verkürzen sich die Transportzeiten vor allem über langen Distanzen beträchtlich. Diese Innovation wurde in Deutschland bereits unter der Bezeichnung „CargoBeamer“ bekannt.

Weitere Vorträge auf dem Innovationsworkshop befassten sich mit modernen Ansätzen zur taktischen Kapazitätsplanung in Logistiksystemen (LogistikPlan GmbH) sowie mit der Optimierung des Werbemitteleinsatzes durch gezielte Logistik (move elevator GmbH & Co. KG). Sowohl Veranstalter, Teilnehmer, Aussteller und Publikum zeigten sich mit dem Verlauf und den Ergebnissen aus Messeauftritt, Kooperationsgesprächen und Innovationsworkshop sehr zufrieden.

Ansprechpartner:

Peter Szenassy
0351-2138 132

Sylvia Müller (Pressearbeit)
0351-2138 138

Medienservice Sachsen
Quelle: Mediaservice-Sachsen