Siegertypen sehen anders aus

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
1. Johannes 5, Vers 4

Mission2012
Am Freitag, dem 7. Oktober 2011, an einem historischen Datum, jubelt die ganze Nation über einen »historischen« Sieg der deutschen Fußballer in Istanbul: 3 zu 1 gewinnen Lahm und Co. gegen viele ihrer Vereinskollegen.

Wir sind wieder wer – nicht erst seit Freitag – schon seit 2006 sind wir Deutschen wieder wer. Zumindest im Fußball.

Es tut gut, auf der Siegerseite zu stehen und mittlerweile ist es ja auch dank Fußball wieder legitim, das Auto mit der Nationalflagge zu versehen – wir sind wer!

Jens Buschbeck ist Pfarrer der Zwickauer Luther-Kirchgemeinde. (Foto: Andreas Wohland)

Jens Buschbeck ist Pfarrer der Zwickauer Luther-Kirchgemeinde.
(Foto: Andreas Wohland)

Manchmal bin ich richtig neidisch auf den Fußball. 90 Minuten Spiel, ein Tor mehr als der Gegner schießen und das Selbstbewusstsein einer ganzen Nation steigt. Man ist wer.

Schaue ich in unsere Gemeinden, sehe ich wenig Siegesjubel.

Selbst am Ewigkeitssonntag klagen wir über den Verlust der Toten eines Jahres, anstatt in Jubel über deren Auferstehung auszubrechen.

In der Öffentlichkeit werden wir eher als Spielverderber, denn als »Winner« wahrgenommen und bei »Strukturanpassungen« gehen wir selbstverständlich von schrumpfenden Gemeinden aus.

Wir Glaubende sind Sieger? – Theologisch ist uns das klar, aber in der Praxis hinken wir dem oft meilenweit hinterher.

Aber, liebe Geschwister, wir glauben doch den Satz aus dem ersten Johannesbrief, oder?

Dann lasst es uns auch umsetzen.

Lasst uns als Siegertypen gelassen und wohl auch ein wenig stolz darüber sein und es zeigen, dass unser Herr mehr geleistet hat als Joggi Löw und sein Team.

Lasst es uns gegenseitig sagen, wer wir sind und was wir sind.

Übrigens: Siegertypen sind anziehend und ein paar mehr »Fans« von Jesus können wir wohl gut gebrauchen …

Jens Buschbeck

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]