Stollberger Kriminalisten machten mutmaßlichen Serieneinbrecher dingfest

DNA-Spur führte auf Spur eines „alten Bekannten“/Noch immense Ermittlungsarbeit erforderlich

(Ki) Mitte September 2011 klickten für einen mutmaßlichen Einbrecher aus dem Erzgebirge die Handschellen. Der 40-Jährige aus dem Raum Stollberg steht im Verdacht, seit Ende August 2010 eine Serie von Einbrüchen, überwiegend in Einfamilienhäuser, aber auch in zwei Geschäfte begangen zu haben.

Zu seiner Beute gehörte zum einen Bargeld, aber auch das, was sich schnell in klingende Münze umsetzen lässt: Schmuck, Münzen, Computertechnik, Handys, Kameras, Wohnraumdekoration wie Leuchter. Insgesamt registrierten die Stollberger Ermittler in den gut 12 Monaten 22 derartige Fälle, Gesamtschadenssumme rund 100.000 Euro. In sieben dieser Fälle ist der 40-Jährige bereits jetzt tatverdächtig.

Ab Ende August 2010 hatten sich im Raum Stollberg und im angrenzenden Zwickauer Land Einbrüche in Einfamilienhäuser gehäuft. Tatorte waren in Lugau, Oelsnitz/Erzgeb., Stollberg und Niederwürschnitz, aber auch in Hartenstein, Erlbach-Kirchberg sowie in Chemnitz. Die erste Vermutung der erfahrenen Polizisten war, dass möglicherweise ein „alter Bekannter“ mit Ortsbezug wieder aufgetaucht ist. Dass sie damit richtig lagen, sollte sich bald zeigen. An einem Tatort in Lugau war eine DNA-Spur gesichert worden. Die DNA-Datenbank im LKA Sachsen wies den einschlägig vorbestraften Mann als Spurenverursacher aus. Hinzu kam, dass der Mann 14 Tage vor dem ersten zur Serie zählenden Einbruch aus der Haft entlassen worden war. Wegen Diebstahls, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Fahrens ohne Führerschein war er zu einer Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren verurteilt worden.

Mitte September standen die Ermittler gemeinsam mit Kripo-Kollegen aus Chemnitz sowie der Polizeidirektion Südwestsachsen mit einem Durchsuchungsbeschluss und einem erst an diesem Tag ausgestellten Haftbefehl vor der Wohnungstür des Tatverdächtigen. Dieser war jedoch nicht zu Hause. Durchsucht wurde trotzdem. Am Ende waren auf dem Durchsuchungsprotokoll 108 Positionen mit hunderten von Einzelstücken notiert. Darunter auch ein Handy, das bei einem Pkw-Einbruch in Dresden im September 2006 abhanden gekommen war.

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Während der Durchsuchung kam den Ermittlern Kommissar Zufall zu Hilfe. Beamten der Gemeinsamen Fahndungsgruppe der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge und der Bundespolizei war der Mann zur selben Zeit im Chemnitzer Stadtgebiet aufgefallen. Er war in einem nicht zugelassenen BMW unterwegs, die Kennzeichen gehörten nicht zu diesem Pkw. Mit Flucht wollte sich der 40-Jährige der Kontrolle entziehen, konnte jedoch gestellt werden. Der Führerschein, den der 40-Jährige den Beamten übergab, war nicht auf ihn ausgestellt. Der Drogentest verlief positiv. Das reichte zunächst für eine vorläufige Festnahme. Die Stollberger Ermittler, die davon erfahren hatten, verkündeten dem Mann kurz darauf den gegen ihn erlassenen Haftbefehl. Vor der Hafteinlieferung nahmen sie ihm eine ebenfalls gestohlene Armbanduhr Marke „Glashütte“ ab.

Für die Kriminalisten bleibt trotz dieses Erfolgs noch immens viel Arbeit. Für eine Vielzahl des Diebesgutes muss noch herausgefunden werden, wo es gestohlen wurde. Zudem läuft noch die Spurenauswertung der letzten der insgesamt 22 Einbrüche. Möglicherweise gehen dann noch mehr als die bisher sieben Taten auf das Konto des 40-Jährigen. Offenbar hat er mit dem „Ertrag“ aus den Einbrüchen seinen Drogenkonsum finanziert. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Nebenstraftaten zu bearbeiten wie Fahren ohne Führerschein sowie unter Drogen, Kennzeichendiebstahl bzw. -missbrauch, Urkundenfälschung sowie Hehlerei.
Zu den ihm vorgeworfenen Straftaten schweigt der 40-Jährige.