Einen Grund zum Freuen gibt es immer

Herbstlaub
 

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.
2. Korintherbrief, Kapitel 6, Vers 2

 
»Jetzt dauert es noch acht Wochen bis Weihnachten«, stöhnt meine 9-jährige Tochter am Ende der Herbstferien. Alltägliche Wochen im November liegen vor uns. Volle Tage mit Klassenarbeiten und beruflichen Verpflichtungen. Und dabei werden die Tage immer kürzer und grauer. In dieser Situation erreicht mich der Wochenspruch: »Jetzt ist die Zeit der Gnade«. »Lebe jetzt!« sagt er mir. »Schau nicht immer auf Zukunft, sondern lebe in deiner Gegenwart. Entdecke dein Jetzt.«

Übersetzt werden kann der Wochenspruch auch so: »Nun schau doch – der Tag ist hell«.

Paulus schrieb diesen Satz an Christinnen und Christen in Korinth. Er forderte sie auf, sich klarzumachen, worüber sie sich freuen können. Dies sollten sie wahrnehmen und nicht darüber hinweggehen. Auch wenn ihr Alltag nicht leicht war. Paulus führt im 2. Korintherbrief aus, dass für Christinnen und Christen jeder Tag hell ist. Denn sie sind Kinder Gottes.

Pfarrerin Dorothee Lücke leitet das Evangelische Forum in Chemnitz.

Pfarrerin Dorothee Lücke leitet das Evangelische Forum in Chemnitz.

Gott nimmt sie an, so, wie sie sind. Er trägt sie, was soll ihnen da schon passieren? Christen leben, schreibt Paulus wenige Sätze nach dem Wochenspruch, »als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben, und doch alles haben«. Deshalb ist für diejenigen, die sich auf Christus verlassen, jetzt der Tag des Heils – nicht morgen oder übermorgen.

Der Wochenspruch fordert mich dazu heraus, mir bewusst zu machen, dass auch mein Tag deshalb hell ist, trotz Novemberwetter, Erkältungsgefahr und grauen Alltagsaufgaben. Dies möchte ich nicht vergessen. Mit meiner Tochter habe ich mir überlegt, worauf wir uns in der neuen Woche, die vor uns liegt, freuen können. Wofür wir dankbar sind – auch wenn es bis zu den nächsten Ferien noch weit ist.

Dorothee Lücke

Pfarrerin Dorothee Lücke leitet das Evangelische Forum in Chemnitz.

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