Die Linke in Ägypten nach dem 25. Januar

Seit dem Beginn der Revolution am 25. Januar erlebt Ägypten einen Aufschwung progressiver politischer Aktivitäten. In einem lebendigen Umfeld gründen sich Basisorganisationen, politische Parteien und kleinere Gruppierungen, die auf unterschiedlichen Ebenen für ihre Anliegen kämpfen, wieder verschwinden, sich vereinigen oder erneut spalten. Eine Kultur des Protests und der Aktion hat sich bereits in den letzten zehn Jahren herausgebildet, wobei die ägyptische Linke – in Zusammenarbeit mit anderen prodemokratischen politischen Kräften – eine wichtige Rolle gespielt hat. In diesen zehn Jahren wurde der Revolution vom 25. Januar der Weg geebnet – mit Protesten, Streiks und Sit-ins der Gewerkschaftsbewegung und der prodemokratischen politischen Kräfte. Die Ziele dieser Revolution lehnen sich an die politischen Forderungen der Linken an. Soziale Gerechtigkeit, eine Hauptforderung der politischen Linken, ist zu einer der wichtigsten Forderungen der Revolution geworden und wird, obwohl sie eine von Natur aus linke Forderung ist, quer durch das gesamte politische Spektrum unterstützt.

Ägypten hat eine lange linke Tradition; linke Parteien und Bewegungen haben, zumindest hypothetisch, große Chancen, zahlreiche Unterstützer zu gewinnen, die sich selbst nicht als Linke per se bezeichnen würden, aber Forderungen erheben, die Markenzeichen linker Politik sind. Wenn man bedenkt, dass die ägyptische Linke jahrzehntelang vom Regime des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak sowie seiner Vorgänger Anwar as-Sadat und Gamal Abdel Nasser unterdrückt wurde, stellt sich angesichts der Öffnung der politischen Bühne die Frage, wie sich die Linke jetzt positionieren wird. Kann sie ihre eigenen, internen Herausforderungen meistern? Kann sie sich stark und entschlossen der wachsenden Macht des Obersten Rates der Streitkräfte (SCAF) und der konterrevolutionären Kräfte stellen und strategische Bündnisse mit anderen prodemokratischen Organisationen und Strömungen schmieden? Wird sie es schaffen, die Unterstützung der Basis zu sichern im Kampf gegen kapitalistische Vetternwirtschaft und imperialistische Dominanz in Ägypten, die das Kernstück des Mubarak-Regimes bildeten?

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Die Linke in Ägypten nach dem 25. Januar

Seit dem Beginn der Revolution am 25. Januar erlebt Ägypten einen Aufschwung progressiver politischer Aktivitäten. In einem lebendigen Umfeld gründen sich Basisorganisationen, politische Parteien und kleinere Gruppierungen, die auf unterschiedlichen Ebenen für ihre Anliegen kämpfen, wieder verschwinden, sich vereinigen oder erneut spalten. Eine Kultur des Protests und der Aktion hat sich bereits in den letzten zehn Jahren herausgebildet, wobei die ägyptische Linke – in Zusammenarbeit mit anderen prodemokratischen politischen Kräften – eine wichtige Rolle gespielt hat. In diesen zehn Jahren wurde der Revolution vom 25. Januar der Weg geebnet – mit Protesten, Streiks und Sit-ins der Gewerkschaftsbewegung und der prodemokratischen politischen Kräfte. Die Ziele dieser Revolution lehnen sich an die politischen Forderungen der Linken an. Soziale Gerechtigkeit, eine Hauptforderung der politischen Linken, ist zu einer der wichtigsten Forderungen der Revolution geworden und wird, obwohl sie eine von Natur aus linke Forderung ist, quer durch das gesamte politische Spektrum unterstützt.

Ägypten hat eine lange linke Tradition; linke Parteien und Bewegungen haben, zumindest hypothetisch, große Chancen, zahlreiche Unterstützer zu gewinnen, die sich selbst nicht als Linke per se bezeichnen würden, aber Forderungen erheben, die Markenzeichen linker Politik sind. Wenn man bedenkt, dass die ägyptische Linke jahrzehntelang vom Regime des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak sowie seiner Vorgänger Anwar as-Sadat und Gamal Abdel Nasser unterdrückt wurde, stellt sich angesichts der Öffnung der politischen Bühne die Frage, wie sich die Linke jetzt positionieren wird. Kann sie ihre eigenen, internen Herausforderungen meistern? Kann sie sich stark und entschlossen der wachsenden Macht des Obersten Rates der Streitkräfte (SCAF) und der konterrevolutionären Kräfte stellen und strategische Bündnisse mit anderen prodemokratischen Organisationen und Strömungen schmieden? Wird sie es schaffen, die Unterstützung der Basis zu sichern im Kampf gegen kapitalistische Vetternwirtschaft und imperialistische Dominanz in Ägypten, die das Kernstück des Mubarak-Regimes bildeten?

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