Wenn Kirche wachsen will

Kette

Wenn in der Kirche von notwendigem Wachstum gesprochen wird, folgt im zweiten Satz meist ein Hinweis auf die ansonsten weniger werdenden Kirchensteuern und deren Zahler. Der Zusammenhang besteht zwar. Aber wen will man gewinnen, wenn es nur darum geht, die eigenen Reihen zu stärken und die Bilanzen zu erhöhen?

Gleichwohl wurde in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor fünf Jahren ein Reformprozess gestartet – angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen, wie es dabei zur Begründung immer wieder hieß. Die EKD-Synode hat sich in Magdeburg in der vergangenen Woche wieder dem Thema zugewandt.

Unter dem Bibelwort »Was hindert’s, dass ich Christ bin« ging es auch um die Zukunft und das Wachstum der Kirche.

Auch wenn im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses wohl mehr die kirchliche Haltung zu Streikrecht und Mitbestimmung der kirchlichen Mitarbeiter stand, hat auch das Thema Mission unter den Synodalen Diskussionen hervorgerufen. Das Wort hat einen Beigeschmack, weil es in vergangenen Jahrhunderten mit Gewalt verbunden war, Menschen zum Christentum zu bekehren. Davon sind wir gottlob weit entfernt. Und es gibt viele Bemühungen, den christlichen Glauben und seine Wahrheiten unters Volk zu bringen. Doch nur um höherer Mitgliederzahlen willen, das wäre zu wenig.

Wichtig ist es, immer wieder das Evangelium zur Sprache zu bringen und die Menschen durch das eigene Leben und Handeln zu überzeugen versuchen. Darüber zu sprechen, wie und wo das Heil zu finden ist. Da ist jeder einzelne Christ, jede einzelne Christin gefragt. Nur wenn Glaube ansteckend wirkt, dann kann die Kirche wahrhaft wachsen.

Christine Reuther

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]