Antibiotikaeinsatz in der sächsischen Hähnchenmast?

Dresden. Der Verdrängungswettbewerb bei der industriellen Hähnchenmast führt dazu, das Antibiotika rechtswidrig als Mittel für schnelleres Wachstum eingesetzt werden. Dieses erschreckende Ergebnis einer gestern durch das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen vorgestellten Studie zum Antibiotika-Verbrauch in der Hähnchenmast wirft die Frage nach der Situation in Sachsen auf. Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sieht erhebliche Informationsdefizite auch in Sachsen: "Wer sich als Verbraucher über die Antibiotikapraxis in sächsischen Mastanlagen informieren will, hat schlechte Karten. Noch nicht einmal das sächsische Umweltministerium hat Angaben darüber, welche Antibiotika in welchen Mengen in der Geflügelhaltung eingesetzt werden. Das ist ein Skandal!"
Zschocke verweist darauf, dass Antibiotika-Rückstände in tierischen Lebensmitteln Antibiotikaresistenzen und Krankheiten auslösen können.
Der GRÜNEN-Vorsitzende fordert deswegen die Staatsregierung auf, dem Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zu folgen und den Antibiotikaeinsatz systematisch und umfassend zu untersuchen: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher können erwarten, dass das Umweltministerium über den Antibiotikaeinsatz in den sächsischen Anlagen öffentlich aufklärt, diesen wirksam begrenzt und kontrolliert."
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Hintergrund:
Presseinformationen zur Antibiotika-Studie des Umweltministeriums NRW: http://www.umwelt.nrw.de/verbraucherschutz/tierhaltung/antibiotikastudie/index.php Pressemitteilung 2011-45 vom 16.11.2011
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