Grundwortschatz des Glaubens

Die Landeskirche veröffentlicht Kernlieder und Kerntexte für das christliche Leben

So sieht es aus, das Faltblatt mit den Kerntexten und -liedern.

So sieht es aus, das Faltblatt mit den Kerntexten und -liedern.

Es ist so etwas wie eine »eiserne Ration«, was jetzt den Kirchgemeinden angeboten wird. Auf der Synode wurden sie bereits vorgestellt: Lieder und Texte, als »Kernbestand unseres Glaubenslebens«, wie es dazu heißt.

Es ist ein kleines Faltblatt. »Kerniges« steht auf dem Titel und es enthält jeweils zwölf biblische Texte, »von denen es wichtig ist, dass wir sie gut kennen«, wie Landesbischof Jochen Bohl im Vorwort schreibt. Außerdem sind zwölf biblische Worte und Gebete aufgeführt. Und vor allem: zwölf Lieder.

Entstanden ist die Sammlung aus dem Zukunftsprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die von der EKD-Synode dafür beschlossenen sogenannten »Leuchtfeuer« wurden 2007 für unsere Landeskirche präzisiert und unter der Überschrift »Wie wird unsere Landeskirche in zehn Jahren aussehen, zum 500. Reformationsjubiläum?« veröffentlicht. Die Landessynode hatte sich damals die darin enthaltenen Anliegen zu eigen gemacht und die nun erschienene »eiserne Ration« – wie es in Punkt 8 des Zukunftspapiers damals hieß – in Auftrag gegeben.

Bei Thilo Daniel, theologischer Referent im Landeskirchenamt, liefen seitdem die Fäden zusammen auf der Suche nach Kernliedern und Kerntexten. »Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker haben das zusammengetragen, was in ihrer Arbeit häufig vorkommt«, so Daniel. Bei den nun veröffentlichten Liedern und Texten gehe es »um den Grundwortschatz, um das, was wirklich wichtig ist«, so der promovierte Theologe. Und es soll für jede Generation etwas dabei sein. So wurde zum Beispiel auch ein Gebet für den Schulweg aufgenommen.

Die Lieder seien bewusst nur aus dem Evangelischen Gesangbuch ausgewählt, um auf die musikalische Tradition einzugehen, so Daniel. Aus dem modernen Buch »Singt von Hoffnung« sei nichts dabei. Doch Paul Gerhardt, Martin Luther und Matthias Claudius gehören auf jeden Fall dazu. Auf Platz 1 steht das Adventslied »Macht hoch die Tür …«, gefolgt von Martin Luthers »Vom Himmel hoch …« und »Ein feste Burg ist unser Gott«.

Die kleinen Faltblätter gehen nun in die Kirchgemeinden. Diese erhalten außerdem eine CD, auf der die Lieder und Texte zu hören sein werden.

Insgesamt jedoch sei an eine breite Streuung dieser CD nicht gedacht, so Tilo Daniel. Statt dessen werde alles demnächst im Internet zum Herunterladen bereitgestellt. Später soll es noch ergänzende Texte über die Entstehung der Lieder und ihre Autoren zur Weiterarbeit in den Gemeinden geben.

Christine Reuther

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]