Bahntour: „Aufs Grüne Gleis“ Dialog für einen zukunftsfähigen Güterverkehr in Bad Schandau

Die Elbtalstrecke über Bad Schandau ist die wichtigste Eisenbahnverbindung zwischen Deutschland und Tschechien. Täglich durchqueren fast 170 Züge das Elbtal in der Sächsischen Schweiz. Ein beträchtlicher Anteil davon sind Güterzüge. Tendenz steigend.
Anwohner und auch Touristen klagen über die stetig zunehmende Lärmbelastung. Dabei sind nicht die Nah- und Fernverkehrszüge das Problem, sondern vor allem die alten und teils maroden Güterzüge. „Die Verkehrsbelästigung durch den ÖPNV hat in den letzten Jahren abgenommen. Die Güterzüge sind die Lärmträger, die uns hauptsächlich die Probleme und die schlaflosen Nächte bringen“, bestätigte der Bad Schandauer Bürgermeister Andreas Eggert bei einer von der GRÜNEN Bundestagsfraktion organisierten Diskussion im „Haus des Gastes“.
Das nicht nur die Sächsische Schweiz vom steigenden Güterverkehr auf der Schiene und dessen Auswirkungen betroffen ist, bestätigte Dr. Anton Hofreiter – GRÜNER Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschem Bundestag. Er hatte im Vorfeld des Diskussionsabends gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Eva Jähnigen und seinem Bundestagskollegen Stephan Kühn am Nachmittag eine Bürgerinitiative gegen den Bahnlärm in Coswig (s.u.) besucht.
Nach Lösungen für die Lärmprobleme durch den Güterverkehr sucht auch die Deutsche Bahn, wie Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter der DB für Sachsen, in der Diskussion betonte.
So gibt es aktuell eine Studie zu einem neuen Schienenstegdämpfsystem und auch die Waggonhersteller haben neue Technologien für weniger Lärm entwickelt. Hohe Lärmschutzwände sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen kämen jedoch für das Elbtal nicht in Frage. Das Hauptaugenmerk müsse zudem weiterhin auf die Wartung und Instandsetzung der Schieneninfrastruktur gelegt werden, betonte Stempel. Konzepte und Technologien zur Minderung des Bahnlärmes sind also in Arbeit. Auf die Frage Stephan Kühns, welche Anreize die Politik zur Umsetzung dieser Innovationen setzen muss, regte Dr. Anton Hofreiter an, die bereits begonnene Diskussion über ein lärmabhängiges Trassenentgelt zu vertiefen. Nur mit finanziellem Druck seien die Bahnunternehmen zum Handeln zu zwingen.
„Unser Grünes Bahnkonzept sagt, dass wir mehr Verkehr auf die Schiene verlagern wollen. Das muss schneller passieren, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen!“, so Dr. Anton Hofreiter zum Abschluss der Diskussion.
Karsten Skupin
Kreisvorstand Sächs. Schweiz – Osterzgebirge

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