Nicht alltägliches aus dem Polizeialltag

(He) Der Jahreswechsel 2011 ist auch für die Polizei Zeit, um das Jahr 2011 Revue passieren zu lassen und in den Archiven zu blättern, um die kleinen Begebenheiten am Rande des Polizeialltags auszukramen. Viele Sachverhalte sind der Pressestelle erst später oder über „fünf Ecken“ bekannt geworden, sodass eine aktuelle Berichterstattung nicht mehr möglich war. Andere Gegebenheiten wurden bewusst für „später“ aufgehoben, um etwas „Luft“ raus zu nehmen. Polizeialltag ist nicht immer nur die Jagd auf „Ganoven“ oder die Bearbeitung von Anzeigen – der Alltag der Polizisten widerspiegelt das Leben mit all seinen Facetten.

Nachfolgend einige Beispiele

Rettungskette

Am Nachmittag des 1. Dezember 2011 rief ein Junge (Alter nicht bekannt) die Polizei, weil beim Spielen am Schloßteich in Chemnitz seine 13-jährige Spielkameradin im Schlamm feststeckte und nicht mehr allein herauskam. Auch die beiden Beamten des Polizeireviers Chemnitz-Mitte, eine Polizeimeisterin und ein Polizeiobermeister, die zuerst am Schloßteich eintrafen, konnten das Mädchen, dass mittlerweile bis zu den Hüften eingesunken war, nicht herausziehen, weil auch sie im Schlamm einsanken. Erst als ein weiterer Funkstreifenwagen anrückte, konnten die nunmehr fünf Beamten mit einer „Rettungskette“ das Mädchen bis zum Ufer ziehen. Genau zu diesem Zeitpunkt trafen die ebenfalls gerufenen Retter und Feuerwehrleute ein. Die 13-jährige wurde nach der ärztlichen Untersuchung von den Rettungskräften den Eltern übergeben.

Verkannt

Im Januar 2011 fuhren Polizeibeamte des Reviers Mittweida nach Schönerstadt, dort sollten „Ausländer“ den Funkturm hochgeklettert sein. Tatsächlich waren es Wartungsarbeiter für das Funknetz eines Telefonanbieters.

Am 21. Februar 2011 war es ein „sterbender Hund“ auf der Hundewiese an der Chemnitzer Geibelstraße, der die Beamten in den Einsatz versetzte. Vor Ort entpuppte sich der Sterbende als allzu lebhafte Mülltüte, die vom Wind bewegt wurde. Der Hinweisgeber stand wohl etwas zu weit vom Ereignisort entfernt.

Polizeibeamte wurden zu einem Fast-Food-Restaurant im Chemnitzer Neefepark gerufen, weil dort ein Mann mit Sturmhaube aufgetaucht sei, der möglicherweise etwas Böses im Schilde führte. Die Beamten klärten schnell, dass der böse Junge nur der gute Hausmeister war, der die Außen-und Innereinigung vornahm.

Aus Bärenstein rief im November ein Mann die Polizei weil sich Unbekannte auf dem Sportplatz an der Elektrik zu schaffen machten. Die Beamten fanden fußballspielende Jugendliche vor, die wegen des Nebels die Beleuchtung eingeschaltet hatten.

Aus Marienberg rief am 27. November 2011 ein Bürger die Polizei, weil er aus einem Kleidercontainer auf der Töpferstraße ein Kind schreien hörte. Im Container fanden die Beamten eine Puppe, die „ echte“ Schreie von sich gab.

Tierisches

Recht häufig sind Polizisten als „Viehtreiber“ unterwegs, ob die Kuh Elsa, von der wir aktuell berichteten oder andere Kühe, Schafe bzw. Pferde – oftmals kümmern sich Polizisten um ausgebüxte Tiere und treiben sie mit oder ohne Unterstützung der Tierhalter auf ihre Weiden zurück.

So auch am 6. Juni 2011 im Raum Penig, als gegen 20.40 Uhr 200 Schafe auf der Zinnberger Straße in Richtung B 95 unterwegs waren. Um die Tiere wieder zu einer Herde und vor allem auf die heimatliche Weide zu bekommen, musste die B 95 kurzzeitig gesperrt werden. Ohne Vorkommnisse waren die Tiere mit „Polizeischutz“ nach zwei Stunden wieder dort, wo sie hingehörten.

Wegen einer Schlange in seinem Grundstück, die „gefährlich“ aussah und nicht in heimischer Natur vorkäme, rief ein Lichtensteiner die Polizei. Die Beamten erwiesen sich als „Kenner“ und setzten die Ringelnatter außerhalb des Grundstücks wieder frei.

Hilfreiches

Eine Seniorin aus Marienberg rief Ende Januar die Polizisten um Hilfe, weil in ihrer Wohnung wegen eines Defektes das Licht ausgefallen war. Die Seniorin musste sich als Diabetikerin aber dringend spritzen. Provisorisch sorgten die Beamten für Licht und informierten auch den Bereitschaftsdienst der Stadtwerke, der für den nächsten Tag die Reparatur zusagte.

Im August informierte ein Bewohner der Poststraße in Meerane in der Nacht das Polizeirevier, dass aus dem Haus gegenüber das Schreien und Weinen einer Frau zu hören sei. Die Beamten prüften den Hinweis, mit dem Ergebnis, dass sie wohl eine „heiße“ Nacht vorzeitig beendeten und das Schreien eher ein Stöhnen war. Jedenfalls war es danach „mucksmäuschenstill“ in der Poststraße.

Ein Autofahrer sah an einem Septemberabend in der Dunkelheit eine ältere Frau auf der B 174 in Höhe Heinzebank zu Fuß in Richtung Lauta laufen. Weil er sich Sorgen machte, dass ihr etwa passieren könnte, informierte er das Polizeirevier. Die Beamten fanden die Seniorin und fuhren sie nach Großolbersdorf nach Hause.

Ein Hausbesitzer auf der Wiesenstraße in Limbach-Oberfrohna wollte im September die Arbeit des Dachdeckers begutachten und stieg in der Nacht aufs Dach. Von dort kam er allerdings nicht mehr herunter und rief die Feuerwehr und Polizei. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Limbach-Oberfrohna und Rußdorf halfen dem Mann mit der Drehleiter vom Dach. Der 35-Jährige hatte sich wohl Mut für die Dachbesteigung angetrunken, der ihn beim Abgang verließ.
Ebenfalls im September rief ein Bürger am Abend aus einem öffentlichen aber stillen Örtchen in Burgstädt um Hilfe. Nachdem er ohne Probleme hineingekommen war, kam er nicht mehr heraus. Der Bürgermeister organisierte Hilfe, die die Entriegelung erklärte. Zwanzig Minuten nach dem Hilferuf war der Eingeschlossene wieder frei.

Ein 14-jähriger aus dem Raum Lichtenstein bat im Oktober um Hilfe. Er war mit der letzten City-Bahn nach Stollberg gefahren und eingeschlafen. Als er geweckt wurde, war auch die letzte Busverbindung nach Hause weg. Da er von seiner Mutter nicht geholt werden konnte, lieferten ihn die Beamten zu Hause ab.

Auch in Freiberg hat es ein Reisender verschlafen, auszusteigen. Als er am 25. November 2011, gegen 11.45 Uhr, aufweckte, fand er sich auf dem Abstellgleis wieder. Der Waggon war verschlossen. Über Notruf informierte er die Polizei, Bundespolizisten kümmerten sich weiter um ihn.

Schlimmes vermuteten Polizeibeamte, die am 18.November 2011 zur Brückenstraße in Chemnitz fuhren. Ein offensichtlich angetrunkener Bewohner hatte gemeldet, dass die Wohnung voller Blut und die Freundin weg sei. Am „Tatort“ trafen die Beamten auf den volltrunkenen Anrufer, das Blut entpuppte sich als Rotwein, den er offensichtlich verschüttet hatte. Ein Straftatverdacht ergab sich nicht.