«Wir können die Welt verändern!» Aufstand für gerechte Bildung in Chile

Seit April 2011 protestieren in Chile SchülerInnen und StudentInnen für ein sozial gerechtes Bildungssystem. Im vergangenen Semester besetzten sie etwa 600 Universitäten und Schulen, mit zahllosen Aktionen und Großdemonstrationen bestimmten sie die politische Agenda des Landes. Gemeinsam mit den Aufständen in den arabischen Ländern, den Indignados in Spanien und der Occupy-Bewegung in den USA reiht die Studierendenbewegung in Chile sich ein in die großen Protestbewegungen des Jahres 2011.

Dabei blieb die Protestbewegung keine Angelegenheit der Studierenden. Nicht nur Lehrkräfte und HochschulmitarbeiterInnen unterstützen den Bildungsstreik, auch der größte Gewerkschaftsverband des Landes, die Central Unitaria de Trabajadores de Chile (CUT), soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Gruppen entwickelten die Proteste zu einer breiten kritischen Diskussion über die grundlegende Ausrichtung der Gesellschaft. Der CUT unterstützte die Proteste mit mehreren Generalstreiks.

Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Gewerkschaft Erziehung, Bildung und Wissenschaft (GEW) besuchen vom 27. Januar bis zum 9. Februar 2012 zwei Sprecherinnen der chilenischen Studierenden und ein Vertreter des Gewerkschaftsdachverbandes CUT Europa. In Deutschland berichten die Gäste auf elf Veranstaltungen über die Bildungsproteste in Chile.

Die Gäste:

Camila Vallejo (23) ist Vize-Präsidentin der Studentenvereinigung der Universität von Chile (FeCh). Sie studiert seit 2006 Geographie. Von November 2010 bis Dezember 2011 war sie Präsidentin der Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile und Sprecherin der Confederación de Estudiantes de Chile (Confech – Verband der Studierenden der traditionellen Universitäten Chiles). Aufgrund ihrer Rolle während der Studentenproteste 2011 wählten die LeserInnen der britischen Tageszeitung The Guardian Camila Vallejo zur «Person des Jahres 2011». Im Januar 2012 erscheint in Chile ihr Buch «Podemos cambiar el mundo» («Wir können die Welt verändern»).

Karol Cariola (24) studiert seit 2005 Geburtshilfe an der Universidad de Concepción. In den Jahren 2009 und 2010 war sie Präsidentin der Federación de Estudiantes de la Universidad de Concepción. Seit November 2011 ist Karol Cariola Generalsekretärin der Juventudes Comunistas de Chile (Kommunistischen Jugend).

Jorge Murúa (35) ist Mitglied der Leitung der Metallarbeitergewerkschaft Confederación Nacional de Trabajadores Metalúrgicos (CONSTRAMET) sowie Mitglied in der Leitung des Gewerkschaftsdachverbandes Central Unitaria de Trabajadores de Chile (CUT).

Das Video:

Chile rising (Al Jazeera English)

Aktuelles zum Thema:

  • «Spannung zwischen Neoliberalismus und Demokratie»
    Interview mit Camila Vallejo, Vize-Präsidentin des chilenischen Studierendenverbandes (Confech), aus der spanischen Tageszeitung El País
    Von Rocio Montes Rojas (Übersetzung: Tobias Schulz)
    El País, amerika21.de
  • «Chile: Verhandlungen und weitere Bildungsproteste»
    Bürgermeister nennt besetzte Mädchenschule «Bordell». Schulverweise und Kündigungen wegen Protesten.
    Von Kristin Schwierz, amerika21.de

Die Rundreise:

  • Dresden, 28.1., 10 Uhr, TU Dresden, HörsaalzentrumUNGEHORSAM! DISOBEDIENCE!
    Internationale Konferenz zu zivilem Ungehorsam und kollektivem Regelverstoß
  • Frankfurt am Main, 28.1., 18 Uhr, Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Saal
  • Würzburg, 29.1., 18 Uhr, Festsaal über der Burse
  • Saarbrücken, 30.1., 18 Uhr, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Vortragssaal
  • Hamburg, 31.1., 19 Uhr, Uni Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal 1
  • Dortmund, 1.2., 18 Uhr, DGB-Region Dortmund-Hellweg
  • Braunschweig, 2.2., 18:30 Uhr, Gewerkschaftshaus
  • Bremen, 3.2., 19 Uhr, Gewerkschaftshaus, Tivoli-Saal
  • München, 7.2., 19 Uhr, DGB-Haus
  • Berlin, 8.2., 19 Uhr, Audimax der Humboldt-Universität

Eine Rundreise von Rosa-Luxemburg-Stiftung und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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