Big Food in Africa – Wissenschaftler diskutieren die Expansionspläne von Supermarktketten

Wal-Mart, weltgrößter Einzelhädler, hat Afrika entdeckt. Mit der Übernahme der südafrikanischen Supermarktkette Massmart will der US-amerikanische Riese nun in Afrika Geschäfte machen. Massmart hat in zahlreichen afrikanischen Ländern Geschäfte. Afrikas wachsende Mittelschicht verfügt über mehr und mehr Kaufkraft, das zieht neben Wal-Mart auch die südafrikansichen Supermarktkette wie Shoprite oder Pick n’Pay an. Die Gewerkschaften sind besorgt, dass durch Wal-Mart, der weltweit seine Produkte einkauft, Jobs in Afrika verloren gehen könnten.

Auf Einladung des Human Science Research Council (HSRC)  diskutierten afrikanische und internationale Wissenschaftler zwei Tage lang in Kapstadt die Auswirkungen der wachsenden Marktmacht der Supermarktketten auf die Ernährungssicherheit und die Arbeitsbedingungen.   Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise spielten in den Präsentationen und Diskussionen ebenso eine Rolle, wie die Lage der Kleinbauern, vor allem deren Verhältnis zu den durch die Supermärkte zunehmend zentralisierten Lebensmittelproduktionsketten.

Für Darlene Miller, die Leiterin der Forschergruppe Big Food in Africa, die von der Rosa Luxemburg Stiftung Südliches Afrika seit 2011 unterstützt wird, ist Afrika neben Lateinamerika der neue Expansionsraum für  die multinationale Lebensmittelhändler. >>

 Afrika erlebt eine wirtschaftliche Revolution, so der Tenor der Konferenz. Wal-Marts Einstieg symbolisiert dies deutlich. War vor Jahren Afrika für den globalen Kapitalismus nur als Rohstofflieferant interessant, werden nun weitere Bereiche in die Weltwirtschaft Stück für Stück integriert (Neues Deutschland 3. November 2010)

Die RLS Südliches Afrika mit ihrem Schwerpunktprogramm „Alternativen entwickeln“ widmet auch in Zukunft ihre Augenmerk auf diesen fundamentalen Wandel in Afrika, die Möglichkeiten ihrer Steuerung und neue alternative Entwicklungsmodelle. Im Februar widmet sich deshalb ein RLS-Seminar in Harare der Frage nach Wegen hin zu einer „Solidarischen Ökonomie für den ländlichen Raum in Afrika“. Mehr  Informationen hierzu finden sich unter: www.rosalux.co.za.

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