Über Gott in der Kneipe reden

Pfarrer Eckehard Möller, Mira Körlin, Jürgen Küfner (v. l.) und andere Mitglieder einer Arbeitsgruppe suchen nach neuen Ideen zu Glaubenskursen für Erwachsene in der Großstadt Dresden. (Foto: Steffen Giersch)

Pfarrer Eckehard Möller, Mira Körlin, Jürgen Küfner (v. l.) und andere Mitglieder einer Arbeitsgruppe suchen nach neuen Ideen zu Glaubenskursen für Erwachsene in der Großstadt Dresden. (Foto: Steffen Giersch)

In Dresden überlegt eine Arbeitsgruppe: Wie erreicht man mehr Erwachsene?

Wie erreichen Glaubenskurse jene Erwachsenen besser, die nach solch einem Angebot suchen? Erste neue Ideen hat eine siebenköpfige Arbeitsgruppe für Dresden entwickelt. Stadt und Umland zählen zu den fünf Modellregionen in der Landeskirche für das Projekt »Erwachsen glauben« im Rahmen des EKD-Reformprozesses.

»Wir haben uns auch gefragt, wie man mit Menschen über christliche Traditionen und über Glauben ins Gespräch kommt, die mit Kirche bisher nur am Rande zu tun hatten«, berichtet Jürgen Küfner von der Arbeitsgruppe. Dabei seien sie zu der Erkenntnis gekommen, dass man bestimmte Milieus mit genau auf sie zugeschnittenen Angeboten zu erreichen versuchen müsse.

Für die zumeist »intellektuell-alternativen« Bewohner der Dresdner Neustadt beispielsweise haben sie »Theologie in der Kneipe« entworfen. An einem Abend in einer Gaststätte soll zu einem Thema, Erschaffung der Welt zum Beispiel, ein Bibeltext vorgestellt werden. Dazu legen dann vier Theologen ihre Ansichten dar. »Das kann auch kontrovers sein«, sagt Küfner. »Dieser authentische Zugang ist uns wichtig. Vor allem aber das offene Gespräch auf Augenhöhe.«

Überlegen wollen die Mitglieder der Arbeitsgruppe außerdem, wie man kunstinteressierte Menschen ansprechen könnte. »Vorstellbar wäre, das in einer Galerie zu veranstalten«, so Küfner. »Grundlegende theologische Themen, erläutert an ein oder zwei Bildern. Um theologische Vorstellungen soll es gehen, um Tradition und Interpretation.«

Erste Ideen entwickelt habe die Arbeitsgruppe auch zu einem Angebot, christlichen Glauben im Zusammenhang mit Wissenschaft, Philosophie und Wirtschaft vorzustellen, berichtet Mira Körlin. Nicht im Gemeindehaus, sondern in Räumen der Universität zum Beispiel. Ziel sei es jedoch vor allem, ein flächendeckendes Netz von Kursangeboten zu schaffen und darüber zu informieren, vor allem auf der Internetseite www.kurse-zum-glauben.de.

Bislang bieten Pfarrer in einigen Gemeinden regelmäßig Glaubenskurse an; in anderen Gemeinden auf Anfrage. Etwa, wenn eine Hochzeit ansteht oder ein Kind getauft werden soll. Während im Westen Deutschlands fertige Kursmodelle überwiegen, bieten die meisten Gemeinden in Dresden selbst entworfene Kurse an.

Tomas Gärtner

⇒ DER SONNTAG [Sachsen]