Thomanerchor feiert 800-jähriges Bestehen

„Dieses Jahr hat die Stadt Leipzig etwas zu feiern, was mit ihrem internationalen Rang als Musikstadt eng verknüpft ist, was die Basis bildet für eine Klangtradition, die Jahr für Jahr Musikbegeisterte in die Stadt lockt“, erklärte Staatssekretär Henry Hasenflug vom Sächsischen Staatministerium für Wissenschaft und Kunst bei der heutigen Eröffnung der Ausstellung „Cantate! – Zum 800. Geburtstag der Thomaner“ im Stadtgeschichtlichen Museum der Messestadt Leipzig.

Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der Thomaner vom „Schulchor“ eines Klosters im 13. Jahrhundert zu einem der besten Knabenchöre der Welt unserer Gegenwart nach. Von der Erfolgsgeschichte abgesehen werden auch die brisanten Themen der Chorgeschichte behandelt. Dazu gehören vor allem die heutigen Nachwuchssorgen des Chores oder die „harte Schule“ des Internatslebens. Gegenwärtig ist ein Film in den deutschen Kinos zu sehen, der den Thomanerchor und seine Tradition porträtiert. Die Dokumentation befasst sich mit der bewegenden Geschichte des Chores im Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik, dazu wurden die Thomaner über ein Jahr in ihrem Alltag und auf ihrer Konzertreise nach Lateinamerika begleitet.

Das Bestehen der Thomaskirche, der Thomasschule und des berühmten Thomanerchors ist jedoch keineswegs nur ein musikalisches oder musikgeschichtliches Ereignis. Der Freistaat Sachsen bekennt sich zum historischen Erbe der Reformation und deren kulturgeschichtlichen Wirkungen. Bis heute ist diese nicht nur in den Bereichen der deutschen Sprache oder der Malerei spürbar, sondern vorrangig auch im Bereich der Musik.
Im Themenjahr 2012 der Luther-Dekade wird unter der Überschrift „Reformation und Musik“ außerdem die Bewahrung und Vermittlung des christlichen Glaubens durch das herausragende Engagement des Thomanerchors gewürdigt.

„In Anerkennung der Bedeutung dieser Tradition, ist Leipzig mit diesem Ereignis in diesem Jahr ein zentraler Veranstaltungsort der Bundesrepublik Deutschland“, so der sächsische Staatssekretär für Wissenschaft und Kunst heute in Leipzig.

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Quelle: Mediaservice-Sachsen