Befreit, um sich für andere einzusetzen

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Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäus 20, Vers 28

Jesus ist gekommen, um Recht zu schaffen – das ist das Thema des Sonntags Judika. Der Wochenspruch zeigt auf, wie das Recht geschaffen wird: Die hierarchischen Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt. Recht schaffen heißt eben nicht, aus Prinzip auf Recht zu pochen und es gnadenlos durchzusetzen. Recht schaffen bedeutet Hingabe, bereit sein, sich selbst mit seinem ganzen Leben hinzugeben für das Recht, für Gerechtigkeit im Dienst für die Menschen.

Diese Hingabe wird traditionell als Opfer bezeichnet. Gemeint ist weniger, dass Jesus sich opfert und damit die Menschen bei Gott freikauft. Gemeint ist die völlige Hingabe des ganzen Lebens, damit andere eine Lösung aus ungerechten Strukturen finden. Jesus hat sich mit aller Leidenschaft und mit letzter Konsequenz dem Leben hingegeben und so den Weg für unser Leben freigemacht.

Jesus tritt leidenschaftlich für einen Machtwechsel ein. So sind wir alle von Gott befreit und können uns aus den bestehenden Strukturen lösen. Strukturen, die scheinbar unlösbar sind, von denen wir aber wissen, dass sie uns und nachfolgenden Generationen das Leben schwer machen.

Antje Hinze ist Frauenpfarrerin der sächsischen Landeskirche.

Antje Hinze ist Frauenpfarrerin der sächsischen Landeskirche.

Es geht nicht darum, auf Recht zu verzichten, sondern darum, den Menschen zu dienen, indem wir uns einsetzen für das Recht, indem wir mit unserem ganzen Leben Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen.

Ach, wenn ich es doch könnte: Mich ganz dem Leben hingeben, ohne dabei stolz auf mich zu schauen, sondern mit Leidenschaft für andere kämpfen.

Dazu hat uns Jesus befreit, Gott sei Dank!

Antje Hinze

Die Autorin ist Frauenpfarrerin der sächsischen Landeskirche.

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