Vom Kochen, Singen und eifrigen Lesen – Leipziger Buchmesse: Verlage gedeihen durchaus in der traditionsreichen Buchstadt

Leipziger Rundschau

Dass Leipzig schon lange keine Buchstadt mehr ist, hat sich herumgesprochen. Auf der am Donnerstag beginnenden Buchmesse wird man davon aber wenig spüren, zumal die Begleitveranstaltung „Leipzig liest“ als größtes europäisches Lesefest gilt.

Die Messe wartet nicht nur mit mehr als 2.000 Ausstellern auf und einer Besucherzahl, die 150.000 weit übertreffen dürfte, sie bietet auch den Leipziger Verlegern Raum.

Leipziger Krimi-Preis

Wie aus einem Buch von Dr. Ralf C. Müller vom Leipziger Eudora Verlag über Verlage der Stadt hervorgeht, könnten allein in Leipzig 80 bis 90 solche Einrichtungen bestehen. Vor allem jene, die sich schnell in Leipzig etablierten. So hat sich der fhl-Verlag Leipzig (von feine HandLektüre) erst vor eineinhalb Jahren gegründet, hat von einem Vorgänger 18 Titel übernommen und baut das stetig aus.

Ein Schwerpunkt sind Krimis. So wird gemeinsam mit Hugendubel ein Leipziger Krimi-Preis vergeben. Schirmherr ist Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht. Für Scheidungs-, aber auch andere Kinder gedacht, bringt der Klett-Kinderbuchverlag das Buch „Der Kleine und das Biest“ heraus. Dabei dreht es sich vor allem darum, wie Mama und Papa zu Biestern werden und wie das auf die Kinder wirkt.

Nah am Uni-Alltag sind die zahlreichen Publikationen des Leipziger Universitätsverlags angesiedelt, aber es findet sich auch ein auffallender Wälzer unter den Neuheiten: „Republik Moldova“ – das erste ausführliche Handbuch über die ehemalige Sowjetrepublik in Deutsch. Eine Kochbuchlegende wird 50 Jahre. Der BuchVerlag für die Frau feiert 2012 fünf Jahrzehnte des Klassikers „Wir kochen gut!“ Das beliebte Grundkochbuch ist gerade in der 50. Auflage erschienen und hat sich seit 1962 über 3 Millionen Mal verkauft.

Neues auch von der Thüringer Bestsellerautorin Gudrun Dietze: Mit „Plauderei an der Thüringer Kaffeetafel“. „Eine Kurfürstin in der Küche“ heißt eine Neuheit von Regina Röhner. Damit präsentiert sie, was in der kurfürstlichen Küche der Anna von Sachsen im 16. Jahrhundert bereitet wurde. Die Autorin hat die historischen Rezepte der Kurfürstin für die heutige Küche aufbereitet. Sechs neue Minibücher bringt der Verlag ebenfalls heraus.

Schon gedruckt

Anlässlich des 800. Geburtstags von Thomaskirche, Thomasschule und Thomanerchor legt der Leipziger Lehmstedt Verlag den Band „800 Jahre Thomana“ vor. Ebenfalls ganz aktuell ist das „Handbuch Mosaik“, das über die Geschichte des berühmten Comics aus der DDR berichtet. Die beiden Zugtitel liegen schon gedruckt vor.

Der Leipziger Maxime-Verlages, kommt zur Messe mit einer Neuerscheinung: „Soweit das Rad uns trägt“ vom international bekannten Fahrradweltreisenden Claude Marthaler aus Genf.

Von höchster Aktualität ist die Biografie „Joachim Gauck. Vom Pastor zum Präsidenten“ aus dem Seemann Henschel Verlag aus Leipzig, die auf der Buchmesse vorgestellt wird. Das sind nur Beispiele dafür: Leipzigs Verlagslandschaft blüht und gedeiht weiter.  Thomas Biskupek

www.leipziger-buchmesse.de

Im Bild: Alle Jahre wieder: Großer Andrang auf der Leipziger Buchmesse.  Foto: S. Willnow/dapd

 

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