»Die Erwartungen waren höher«

Am Ostermorgen sagte Nadine Marton Ja zu Gott und dem Glauben und ließ sich in der Frankenberger Aegidienkirche taufen. (Foto: Steffen Giersch )

Am Ostermorgen sagte Nadine Marton Ja zu Gott und dem Glauben und ließ sich in der Frankenberger Aegidienkirche taufen. (Foto: Steffen Giersch )

Mit der Aktion »Erwachsen glauben« will die Landeskirche für Glaubenskurse werben. Doch viele Gemeinden beteiligen sich mit ihren Angeboten nicht daran. Darüber sprach Andreas Roth mit Manja Erler, der Referentin für missionarische Dienste im sächsischen Landeskirchenamt.
 

Frau Erler, auf dem Internetportal von »Erwachsen glauben« findet man derzeit nur 14 Glaubenskurse in Sachsen. Warum beteiligen sich die meisten Kirchgemeinden nicht?
Erler: Die Erwartungen waren höher. Nach einem Jahr ist klar: Es braucht einen langen Atem. Viele Pfarrer haben Scheu, ihre Kurse über das Internet öffentlich zu machen. Manchen leuchtet dieser technische Umweg vielleicht auch nicht ein.

Liegt es auch daran, dass »Erwachsen glauben« feste Kursmodelle empfiehlt – und viele Pfarrer diese lieber selbst gestalten?
Erler: Natürlich kann man auch eigene Kurse anbieten. Die im Handbuch von »Erwachsen glauben« vorgeschlagenen Kurse sind aber hilfreiche und erprobte Empfehlungen.

Die Aktion kommt von Landeskirche und EKD, also von oben. Das schmeckt nicht jedem Pfarrer?

Erler: Das ist vielleicht auch ein Punkt, der mitschwingt. Dabei greift »Erwachsen glauben« ein Thema auf, das aus den Gemeinden kommt. Es ist ein Hilfsmittel, um Suchende und Anbieter von Kursen zusammenzubringen. Es war allerdings auch nie unsere Erwartung, dass sich durch Plakate und das Internet die Teilnehmerzahlen in den Glaubenskursen sprunghaft verdoppeln. Die persönliche Ansprache bleibt der primäre Weg der Werbung.

Manja Erler ist Referentin für missionarische Dienste im Landeskirchenamt. (Foto: Steffen Giersch)

Manja Erler ist Referentin für missionarische Dienste im Landeskirchenamt. (Foto: Steffen Giersch)

Hat »Erwachsen glauben« dennoch bisher etwas bewirkt?
Erler: Es ist eine große Wertschätzung und Wahrnehmung von Glaubenskursen entstanden. Es werden die Grenzen bestehender Angebote deutlich – und es entsteht Neues. In einer Dresdner Kneipe wird es in den nächsten Monaten einen Glaubenskurs geben. Neu entstehen auch Modelle für diakonische Einrichtungen und Senioren.

Wird »Erwachsen glauben« auch auf Gebiete außerhalb der fünf Modell-Kirchenbezirke ausgeweitet?

Erler: Wir wollen im nächsten Jahr zunächst in diesen Regionen weiterarbeiten. Aber wenn Kirchgemeinden aus anderen Gegenden interessiert sind, unterstützen wir sie gern. Je mehr Gemeinden ihr Angebot veröffentlichen, desto besser. Es ist eine kleine Mühe, einen Kurs auf die Internetplattform zu stellen. Aber so laden wir Menschen ein, die wir sonst vielleicht nicht erreichen.

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