Tanzen am Karfreitag?

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Da hat es doch tatsächlich am Karfreitag Proteste gegen das Tanzverbot an diesem stillen Tag gegeben. Aus Köln wurde bekannt, dass dort 200 meist junge Leute zu einer »Tanz-Demo« kamen. Auch aus anderen Städten wurde ähnliches vermeldet. Und meist war die Piraten-Partei der Initiator. Das Tanzverbot greife aus religiös motivierten Gründen in unzulässiger Form in die allgemeine Freiheit ein, sagte einer ihrer Vertreter dazu.

Dass die dem Osterfest vorausgehenden Tage als Karwoche bezeichnet werden, hängt mit dem Wortstamm »kar« für beklagen zusammen. Wenn die jungen Leute nichts zu beklagen haben und gerne tanzen, dann ist das zu begrüßen. Wenn sie aber offenbar nicht mehr wissen, warum wir diesen Feiertag in aller Stille begehen, dann ist das ein Armutszeugnis. Vielleicht wissen sie es auch, aber es ist halt nicht ihre Sache, sagen sie sich. Dass Jesu Tod die Sache aller Menschen sein sollte, ist das eine. Dass unsere Feiertage zur Mehrheit auf christlichen Ereignissen beruhen, ist das andere.

Der Ostermontag übrigens ist ein Überbleibsel der auf Ostern folgenden Festwoche, nach deren Ablauf die weißen Taufkleider wieder abgelegt wurden mit den Worten aus dem 1. Petrusbrief: »Quasi modo geniti infantes« (… wie die neugeborenen Kinder). So heißt der nachösterliche Sonntag. Die Tanzversessenen können aber beruhigt sein: Es ist kein Feiertag; er kann als normaler Sonntag zum Ausruhen genutzt werden.

Das wäre am Karfreitag nicht mehr möglich, wenn diejenigen sich durchsetzten, die ihm seinen Sinn nehmen wollen. Denn ein Karfreitag ohne das »Kar« ist für Christen undenkbar. Wer das partout nicht will, müsste konsequenter Weise an diesem Tag auch arbeiten gehen.

Christine Reuther

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