Kooperativ führen. Selbstermächtigung und Solidarität in der konkreten Zusammenarbeit

Der RLS-Gesprächskreis "Lebenszeit – Arbeitszeit" traf sich erstmals in den schönen Räumen von Wandelwege e.V. in Potsdam-Babelsberg. Die Frühjahrssonne schien warm und hell in die Fenster des großzügig ausgebauten Dachgeschosses der Stephensonstr. 16 am Vormittag des 16. März 2012. Gut gelaunt begrüßten uns die Wandelwege-Neugründerinnen und gemeinsam fühlten wir uns eingeladen, mit der Kommunikationstrainerin Dolores Richter, in den nächsten drei Stunden unsere Erfahrungen mit "Führung" und "Kooperation" zu reflektieren. Verantwortung für das eigene Arbeits-Leben in die Hand zu nehmen braucht Kompetenzen in beiden Bereichen. Sie zu erwerben, auszubauen und zu "halten" will gelernt sein. Beim "Zusammentragen" der Führungs-Kompetenzen waren wir schnell dabei. Doch ein Erstaunen blieb zum Ende: Die VISION benannte keiner von uns als Kompetenz.

Dolores Richter lenkte unsere Aufmerksamkeit bewusst auf diese "Verkörperung" des ZIELS, die man im günstigen Fall gemeinsam entstehen und nachempfinden lässt. Womit wir schon gedanklich zur KOOPERATION gelangten, die wesentlich von Vertrauen, Austausch und Respekt getragen wird. Da waren wir uns sicher. Kooperation lebt von TRANSPARENZ. Doch jede Transparenz bedeutet auch Abgabe von Macht – ebenso die Darstellung von Schwierigkeiten. Doch birgt dieser MUT ZUR LÜCKE auch den Nährboden für wachsende Motivation und reifende Potenz der Beteiligten. In solch transparenter Atmosphäre gedeihen Vertrauen und Verantwortung, findet man "seinen" RAUM und kann ihn halten im fruchtbaren Kompromiss. In dieser Art GELASSENHEIT reifen Führung und Kooperation. Doch das Arbeits-Leben ist maßgeblich von Konkurrenz bestimmt. Wie gehen wir damit um? In Gesprächen zu zweit nahmen wir kein Blatt vor den Mund und sagten rundheraus, wie wir ihr begegneten. Beispiele der Unterlegenheit und des Erfolgs kamen in der großen Runde zur Sprache.

So komplex, wie sich in modernen Gesellschaften heute Arbeits- und Lebensverhältnisse gestalten, brauchen wir Kooperation und KOLLEKTIVE INTELLIGENZ, wenn wir selbstbestimmt unsere Arbeits- und Lebenszeit gestalten wollen. Es fühlt sich an wie ein TANZ – die Balance zwischen Führung und Kooperation -, lautete die eine Aussage; die andere hieß: Mit beiden Beinen fest im Leben stehen …

Marga Voigt

Teilnehmerin des Gesprächskreises "Lebenszeit – Arbeitszeit" der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der RLS Brandenburg

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