Das Gespräch geht weiter

IMGP2487Wenn etwas die Tagung der Synode auszeichnete, dann war es der Geist, der sie prägte: der Geist des Verständnisses und des gegenseitigen Verstehens. Der Satz: »Ernst nehmen, dass es der andere ernst meint«, war wiederholt zu hören. Und so ist der befürchtete Eklat ausgeblieben.

Die Vorbereitung der Tagung durch das Synodenpräsidium tat ein Übriges. Das Konzept, die Synodalen an Tischen sich gegenüber statt nur in Reihen nebeneinander sitzen zu lassen, trug dazu ebenso bei wie die vielen Pausen, die Zeit zum Austausch boten.

Der gefundene Kompromiss hilft nun allen, ihr Gesicht zu wahren. Aber die Diskussion wird weitergehen. Sie muss weitergehen.

Denn es geht vor allem um die Frage: Wie wörtlich soll man die Bibel nehmen? Darüber wurde schon beim Thema Ehescheidung oder bei der Frauenordination gestritten.

Was diesmal neu ist, ist der erklärte Wille, in der ganzen Landeskirche das Gespräch über Geist und Wort der Bibel zu führen. Wie allerdings ein solcher Gesprächs­prozess umgesetzt werden könnte, das blieb die Synode schuldig.

Eigentlich sollte es beim Synodenthema »Beieinanderbleiben« um ganz andere Probleme gehen: den demografischen Wandel und die Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Doch die Diskussion um homosexuelle Partnerschaften überlagerte alles. Und die Synodalen hörten auch, dass zur Kirchengeschichte der Dauerstreit gehört: Wie verhalten sich die Botschaft des Evangeliums und die Gestalt der Kirche zueinander?

Ein Blick in unsere jüngste Geschichte beweist es: Das war schon so bei den Themen Religionsunterricht und Militärseelsorge. Schließlich ist es Ausdruck einer lebendigen Kirche, wenn nach einem Streit eine Lösung gefunden wird.

Christine Reuther

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