Verkehrsunfallstatistik 2011 für den Bereich der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien

Im Bereich der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien ereigneten sich im vergangenen Jahr insgesamt 16.546 der Polizei bekannt gewordene Verkehrsunfälle, bei der 2.621 Personen verletzt wurden und 32 Beteiligte tödlich verunglückten. Damit sank die Anzahl der gemeldeten Verkehrsunfälle um 12% gegenüber dem Vorjahr, jedoch erhöhte sich die Anzahl der Verunglückten im gleichen Zeitraum um 8,4% (Leichtverletzte um 5,3%, Schwerverletzte um 18,2%, Getötete um 14,3%). Dieser Anstieg ist auch mit einer zunehmenden Überschätzung des subjektiven Sicherheitsgefühls in einem modernen Pkw verbunden. Besonders die Risikogruppe der jungen Fahrer (17-25 Jahre) nimmt häufig mit einem leistungsstarken Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teil und überschätzt hierbei oftmals das eigene Fahrvermögen. Auch treten Grundvoraussetzungen zur Teilnahme am Straßenverkehr wie vorausschauendes und rücksichtsvolles, besonnenes Fahren zunehmend in den Hintergrund.

Als Hauptunfallursachen waren auch dieses Jahr unverändert überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand, Missachtung der Vorfahrtsregelung oder der Genuss alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel festzustellen.

Etwa 89 % der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle waren kleinere Verkehrsunfälle ohne Personenschaden, z.B. Parkplatz- oder Auffahrunfälle. Die verbleibenden 11% der Verkehrsunfälle waren Sachverhalte, bei denen mindestens eines der verunfallten Fahrzeuge nicht mehr fahrbereit war und für den Unfallverursacher ein Bußgeld zur Folge hatte, Personen verletzt oder gar getötet wurden oder der Unfall unter der Einwirkung von alkoholischen Getränken oder anderen berauschen Mitteln geschah.

Etwa 17% der Verkehrsunfälle im Landkreis Bautzen (1.421 von gesamt 8.364) waren Wildunfälle, im Landkreis Görlitz ereigneten sich mit etwa 19,6% (1.488 von gesamt 7.592) geringfügig mehr Unfälle mit Wildbeteiligung.

Wirksame Mittel zur Reduzierung von Verkehrsunfällen sind nach wie vor (polizeiliche) Kontrollen und Überwachung des Straßenverkehrs. Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien nahezu 3.200 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, wobei über 36.120 Fahrzeuge zu schnell fahrend festgestellt wurden. Reichlich 1.200 Trunkenheitsfahrten zzgl. 235 Fahrten unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel wurden bei Verkehrskontrollen aufgedeckt, ohne dass ein Unfall geschehen war. Hier zeigt sich, dass sich noch immer eine latent hohe Anzahl von Fahrzeugführern hinter das Lenkrad setzen, obwohl sie mehr als das erlaubte Maß an Alkohol getrunken haben. Über 8.600 Fahrzeugführer waren während der Fahrt nicht angeschnallt, als die Polizei sie kontrollierte. Die Dunkelziffer liegt hier sicherlich deutlich höher – aus polizeilicher Sicht kein Kavaliersdelikt und oftmals mit ursächlich für Verletzungen bei Unfällen.

Neben den jungen Fahrern sind es aber auch in zunehmendem Maße Verkehrsteilnehmer der Generation 65+, die an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Oftmals hat dies auch mit der altersbedingt geminderten Reaktionsfähigkeit eines Senioren zu tun. Statistischen Erhebungen zu Folge werden bis zum Jahr 2030 über 40% der Verkehrsteilnehmer im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien über 65 Jahre alt sein. Dieses erfordert zum einen ein rücksichtsvolles Miteinander, zum anderen aber auch seitens der Senioren eine selbstkritische Einschätzung, ob sie den zunehmenden Anforderungen des Straßenverkehrs noch gewachsen sind.

Detailierte schriftliche Anfragen zur Verkehrsunfallstatistik 2011 werden Ihnen die Mitarbeiter der Pressestelle gerne beantworten.