Lehrermangel in Sachsen – Ein Scheitern auf Raten

Am Donnerstag, den 10. Mai, werden Tausende Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Studierenden in Dresden gegen Lehrermangel, unzureichende Lehramtsausbildung und unbegründete Stellenkürzungen an sächsischen Hochschulen protestieren. Die Wut der Studierenden und der Schüler ist mehr als  verständlich  und der Protest  zu unterstützen. 

Wann und wo?

Die SchülerInnen treffen sich 14:30 Uhr am Albertplatz.
Die Studierenden treffen sich 14:00 Uhr am Fritz-Förster-Platz.

15:30 treffen sich beide Demo-Züge  zu einer  gemeinsamen  Kundgebung am Carolaplatz  um von  dort  aus  weiter  vor  den   Landtag    zu ziehen.

Weitere Informationen finden sich hier.


DER LEHRERMANGEL IN SACHSEN – EIN SCHEITERN AUF RATEN


In Sachsen werden bis 2020 ca. 9000 Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden, nur ein Bruchteil kann durch neu ausgebildete LehrerInnen ersetzt werden – bei steigenden Schülerzahlen! Wie konnte es soweit kommen?

1.    Lehramtsausbildung
Der dramatische LehrerInnenbedarf war lange bekannt. Da es keine Einstellungsperspektiven für angehende LehrerInnen gab, ging die Zahl der Lehramtsstudierenden immer weiter zurück. Hinzu kommt ein Reformen-Hick Hack in der Lehramtsausbildung – so verschreckt man sich Studierende!! Wir fordern: Verlässlichkeit in der Lehramtsausbildung statt ständig wechselnder Regelungen. Dafür braucht es endlich ein Lehrerausbildungsgesetz. Darüber hinaus muss die Erhöhung der Studienplatzkapazitäten auf 1700 an den Universitäten auch finanziell abgesichert sein. Aber auch nach dem Studium muss sich einiges ändern, so benötigen Referentinnen endlich verlässliche Perspektiven.

2.    Fächer und Schulartenwahl
Viele der angehenden JunglehrerInnen studieren Fächer und Schulformen, die nicht so dringend gebraucht werden wie andere. Ausgerechnet bei den Grundschulen kommen bereits heute nur 90 AbsolventInnen auf 300 freie Stellen. Warum? Die Grundschulausbildung ist die kürzeste und damit für Studierende nicht so attraktiv wie das Gymnasium, da sie Einbußen bei Qualität und Prestige in der Ausbildung fürchten. Wir fordern: Eine Lehramtsausbildung mit gleicher Qualität und Dauer für alle Schularten. Fächer, in denen der Mangel besonders groß ist, (z.B. Englisch und Mathematik) müssen verstärkt beworben werden. Ergänzend dazu setzen wir uns für ein Seiteneinsteigerprogramm in den Lehrerberuf ein.

3.    Ungleiche Bezahlung
Sachsen verbeamtet seine LehrerInnen nicht und bezahlt seine LehrerInnen auch noch unterschiedlich nach Schularten. GrundschullehrerInnen z.B. verdienen am wenigsten. Wir sagen NEIN: Wir fordern eine gleiche Bezahlung für alle LehrerInnen auf dem Einkommensniveau E13 (Gymnasium) um den Lehrerberuf in Sachsen in allen Schularten attraktiv zu machen und junge LehrerInnen im Land zu halten.

4.    Keine neuen Lösungen
Die Staatsregierung hat die Kontrolle über die Situation schon lange verloren. Innerhalb von wenigen Monaten wurden unterschiedliche Zahlen zum Lehrermangel präsentiert. Konzepte, die das Problem grundsätzlich angehen, gibt es aber weiterhin nicht. Wir sagen: Jetzt ist die Zeit für neue Lösungen! Neben den oben aufgeführten Forderungen machen wir uns für eine Veränderung der Schulstruktur stark, ganz entscheidend wird für uns hierbei die Einführung einer Gemeinschaftsschule sein.

Die GRÜNEN Bildungsforderungen finden sich hier.

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