Jesus ist erhöht – und ganz nah bei mir


Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen.Johannesevangelium 12, Vers 32

Zwei Worte fallen mir ins Auge: erhöhen und zu mir ziehen. Was steckt hinter diesen Worten? Vor dem Wochenspruch wird von der Salbung in Bethanien berichtet. Jesus wird mit wertvollem Öl gesalbt. Nicht wie sonst üblich am Kopf, sondern an den Füßen. Danach trocknet Maria die Füße mit ihren Haaren. Sie geht in die Knie, sie zeigt ihre Zuwendung und erhöht ihn.
 
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Gleich im Anschluss lesen wir von Jesu Einzug in Jerusalem. Eine große Menschenmenge strömt zu ihm hin, jubelt ihm zu und verehrt ihn. In beiden Begebenheiten wird Jesus zum Messias, dem Gesalbten und dem Retter. Er erhöht sich nicht selber, sondern die Menschen erkennen in ihm die Kraft und Macht Gottes. Aus diesem Erleben suchen die Menschen seine Nähe und lassen sich so zu ihm ziehen.

Wir leben nach Ostern. Was heißt das für meinen Glauben? Jetzt wird mir deutlich: Auch ich habe Jesus für mein Leben erhöht. Denn Jesus steht über meinem Leben, weil er mir nahe ist, weil er mit mir unterwegs ist. Nichts ist mit ihm zu vergleichen, ein Leben ohne ihn wäre für mich leer und ziellos.

Mein Glaube zieht mich zu Jesus hin. Aber was ist in Momenten des Zweifelns und der Fragen? Da wende ich manchmal meinen Blick ab, der Auferstandene aber nicht.

In dieser Woche feiern wir Himmelfahrt. Früher wurde in machen Kirchen eine Jesus-Statue nach oben ins Gewölbe gezogen – in den Himmel erhöht. Eine solche Tradition ist uns unbekannt, aber vielleicht regen solche Rituale die Beschäftigung mit dem Glauben neu an. Für mich gehören Jesu Auferweckung, seine Erhöhung und die Zusage seiner Begleitung eng zusammen. Sie geben mir Hoffnung für mein Leben.

Angela Langner-Stephan
Die Autorin ist ist Pfarrerin im Kirchspiel im Leipziger Osten.

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