Haltepunkt Mitte Plauen: Der neue Verknüpfungspunkt inmitten der Stadt

Plauen – „Nach monatelangen Verhandlungen sind die Verträge nunmehr gemacht“, freut sich Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. „Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Realisierung des Haltepunktes getan und die Grundlage für eine Förderung des Vorhabens durch den Freistaat Sachsen geschaffen. Das wird eine der großen Infrastrukturvorhaben der nächsten Jahre in Plauen. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Interessen aller beteiligten Partner zu berücksichtigen und unter den sprichwörtlichen einen Hut zu bringen“, so das Plauener Stadtoberhaupt. Hinsichtlich der Förderung des komplexen Vorhabens durch den Freistaat Sachsen habe er bereits Gespräche mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und dort spezielle mit Staatssekretär Roland Werner aufgenommen.
Durch die neue ÖPNV-Verknüpfungsstelle, die damit verbundene Umverlegung der Straßenbahnhaltestelle und den Ausbau der Kreuzung ist die Innenstadt dann schneller und besser erreichbar und Besucher und Bürger gelangen außerdem schneller zum Klinikum, zum Stadtbad und zur Festhalle.

Welche Verträge werden am 22. Mai 2012 von wem unterschrieben?
Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr, Thorsten Müller, hat gemeinsam mit dem Regionalbereichsleiter Südost DB Station & Service AG, Michael Müer, den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Infrastrukturmaßnahme Neubau Haltepunkt Plauen (Vogtl) Mitte unterzeichnet. Außerdem signierten der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Christof Meier von der DB Netz AG die Kreuzungsvereinbarung, die die Erneuerung der Eisenbahnüberführung durch die Stadt Plauen und die finanzielle Beteiligung der DB Netz AG regelt.

Was soll gebaut werden?
Es entsteht ein Gesamtprojekt mit:
a) Neubau der Bahnbrücke, diese wird höher und breiter als bisher
b) Ertüchtigung der anschließenden Stützwände und des Bahndamms ,
c) Erschließung und Anbindung des Gewerbeareals durch den Neubau der Straße An der Meisterei,
und
d) der Verbreiterung der Reichenbacher Straße stadtauswärts bis Bismarckstraße um einen zusätzlichen Fahrstreifen und die Umgestaltung der Kreuzung Reichenbacher Straße / Dammstraße / Stresemannstraße.
Mit dem Bau des Haltepunktes Plauen Mitte werden somit verschiedene notwendige Baumaßnahmen verbunden. Diese große Investition in der Stadt Plauen stärkt außerdem die vogtländische Wirtschaft. Denn die Ausschreibungen erfolgen immer nach dem „Plauener Weg“, so dass vogtländische Firmen gute Chancen für Aufträge haben.

Was kostet das Vorhaben und in welchem Anteil zahlen die Mitgestalter?
Überschlägig kostet das Gesamtvorhaben rund 7,7 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch den Freistaat Sachsen, die DB Netz AG, DB Station & Service AG, den Zweckverband ÖPNV Vogtland und die Stadt Plauen. Der Anteil der Stadt Plauen und des Zweckverbands Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland liegt bei 2,3 Millionen Euro.

Welche Vorteile bringt der neue Verknüpfungspunkt an der Reichenbacher Straße?
Dabei werden mehrere Probleme gelöst: Der unattraktive Untere Bahnhof, der ungenügend erschlossen ist, wird abgelöst. Am neuen Haltepunkt entstehen optimale Umsteigebedingungen zwischen Zug, Straßenbahn, Stadt- und Regionalbus sowie Parkplätze für Zugreisende. Zentrumsnähe und Nähe zum Klinikum, Festhalle und Bad sind ausschlaggebend. Die Menschen sind schneller beim Zug und vom Zug in der Stadt. Dadurch steigt die Attraktivität.

Die zu niedrige und zu schmale Eisenbahnbrücke über die Reichenbacher Straße kann angepasst werden. Die Verkehrssituation an der Reichenbacher Straße Richtung Klinikum, wo es immer wieder zu langen Staus kommt, wird entschärft.

Weiterhin verläuft in unmittelbarer Nähe der Elsterradweg. Zusammen mit der parallel laufenden Elstertalbahn ergibt sich so touristisches Potenzial.

Warum muss die Bahnbrücke über die Reichenbacher Straße gebaut werden?
Die Brücke wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Keine Brücke hat das „ewige Leben“. Der Bau ist also eine notwendige Investition, die ohnehin ansteht.
Momentan ist die Brücke mit ihren 3,80 Metern zu niedrig. Beim Neubau wird sie auf das vorgeschriebene Regelmaß von 4,50 Meter angehoben. Mit dem zweiten Fahrstreifen bis zur Bismarckstraße verbessert sich der Verkehrsfluss stadtauswärts. Das wird seit langem von vielen Verkehrsteilnehmern gefordert. Und der Stadtbus B kann dann über die Reichenbacher Straße in die Ostvorstadt geführt werden.

Der Untere Bahnhof verschwindet als Haltepunkt.
Seine Lage ist historisch bedingt an einem Industriestandort. Heute arbeiten dort im Umfeld, anders als früher, viel weniger Menschen. Die oft geforderte „Aufhübschung“ des Unteren Bahnhofs würde daran nichts ändern. Zusammen mit der DB Station & Service setzt die Stadt Plauen auf eine Investition am neuen Standort.

Anbindung des neuen Haltepunkts:
Da die drei Straßenbahnlinien 3, 4, 6 und die Stadtbuslinie B die wichtigsten Stadtteile erschließen, können in einer Fahrzeit bis zu zehn Minuten rund 35.000 Bürger den neuen Bahnhof erreichen. Zum Vergleich, beim Unteren Bahnhof haben das in dieser kurzen Zeit nur 7.700 Einwohner geschafft, das ist also das Fünffache.

Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, ältere Menschen – wie kommen die zum Bahnsteig?
Der Haltepunkt wird barrierefrei errichtet. Von der Haltestelleninsel der Straßenbahn führt eine Ampel über die Reichenbacher Straße. Von dort geht es dann über eine Rampe zum Bahnsteig. Darüber hinaus sieht das Projekt eine Treppe vor.

Über die Bahnlinie verläuft die Anbindung an Thüringen und an den Fernverkehr nach Westen.
Täglich fahren 1.900 Personen aus den Orten entlang der Elstertalbahn mit dem Auto nach Plauen und wieder zurück Das ist ein enormes Potenzial. Darüber hinaus ist die Elstertalbahn die schnellste Verbindung zwischen Plauen, Greiz und Gera (100.000 Einwohner). Vom Zweckverband ÖPNV wird bereits eine Direktverbindung mit Regionalzügen nach Erfurt geplant. Dort entsteht mit Inbetriebnahme der Neubaustrecke Nürnberg – Erfurt ein neuer Fernverkehrsknoten Richtung Berlin und Frankfurt am Main.