Mit dem Geist Gottes kann Licht werden – und Hoffnung

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Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sacharja 4, Vers 6

Dieser Vers ist mir bewusst das erste Mal als Jugendliche begegnet. Ich habe ihn gesehen auf dem untersten Arm einer kunstvollen Menora, eines siebenarmigen Leuchters, gegenüber dem israelischen Parlament in Jerusalem. Die Menora zeigt in Reliefs die jüdische Geschichte von der biblischen Zeit bis zur Staatsgründung. Das Fundament der Menora bildet das jüdische Glaubensbekenntnis.

Gottes Geist ist ein Zeichen der Anwesenheit und des Handelns Gottes. Ohne die Begleitung des Gei­stes Gottes hätte unser Leben nicht diese Qualität. Pfingsten ist das christliche Fest des Heiligen Geistes. Die Freundinnen und Freunde Jesu fühlten sich nach Jesu Himmelfahrt allein und schwach. Den Auftrag, den Jesus ihnen vor seiner Himmelfahrt aufgetragen hat, trauten sie sich nicht zu.

Wenige Tage später folgt das jüdische Wochenfest. Hier wird Gott für die Gabe der Torah, der fünf Bücher Mose, gedankt. Die Jünger bleiben im Haus und gehen nicht zu den vielen feiernden Menschen. Nur gemeinsam fühlen sie sich sicher.

Doch dann kommt ein Brausen – ein gewaltiger Wind. Er weht den Jüngern Mut zu, den Auftrag Jesu anzunehmen und allen Menschen von seinem Handeln und Predigten zu erzählen. Das ist die Geburt der Kirche. Sie ist seitdem getragen von der Nachfolge Jesu und dem Einsatz vieler Gläubigen. Dafür brauchen wir auch heute den Geist Gottes.

Schon die Bibel erwähnt in der Schöpfungsgeschichte den Geist Gottes. Mit dieser Kraft Gottes, als »Wind« bezeichnet, kann Licht werden.

Das schenkt uns Hoffnung. Wir wissen: Aus der Finsternis kann Licht werden. Auch wenn es dunkel ist, das Licht ist da, wir müssen es zum Leuchten bringen!

Angela Langner-Stephan
Die Autorin ist Pfarrerin des Kirchspiels im Leipziger Osten.

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