Soundcheck nicht vergessen

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Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich;
und wer euch verachtet, der verachtet mich.
Lukas 10, Vers 16

In der gut besuchten Kirche beginnt gleich der Rundfunkgottesdienst. Bevor es soweit ist, ein kleiner Soundcheck: Die Gemeinde singt ein Lied, die Orgel spielt und Sprecher sagen Sätze ins Mikrophon. Dabei pegelt der Techniker mit Schiebereglern auf dem Mischpult den optimalen Klang ein. Dann lässt er die Versammelten wissen, dass alles gut eingestellt ist. Später haben Radiohörer von einer gelungen Übertragung berichtet.

Ein Soundcheck hat nicht nur vor Rundfunkgottesdiensten und großen Veranstaltungen seinen Platz. Auch vor einem geplanten Gespräch oder einem Sitzungstermin ist es durchaus sinnvoll, ein paar Justierungen vorzunehmen. Um Christus heraushören zu können, empfiehlt es sich, auf seinem eigenen innerlichen Mischpult den Regler mit der Bezeichnung »Vorurteil« gleich mal auf Null zu schieben, dafür den mit der Aufschrift »Verstehenwollen« in die Nähe des oberen Anschlags. Die Einstellung für »Kritik« wäre so etwa in der Mitte einzupegeln, jedoch nicht höher als die für »Nächstenliebe«.

Und nicht zu vergessen ist der Regler mit dem Aufkleber »Gottvertrauen«. Der rutscht manchmal wie von selbst in den niedrigen Bereich. Wenn man sich den aktuellen Wochenspruch zu Herzen nimmt, kann er dort aber nicht auf Dauer belassen werden.

Vor meiner nächsten Sitzung beziehungsweise meinem nächsten Gesprächstermin will ich daran denken: Soundcheck nicht vergessen, damit bei meinen Gesprächspartnern ein christlich geprägter Klang ankommt, der konstruktiv wirkt und von ihnen hoffentlich nicht verachtet wird. Und wenn doch? Dann ist das keine gute Erfahrung für mich. Aber ich werde damit nicht allein gelassen. Siehe zweiter Teil des Wochenspruchs.

Stephan Brenner
Der Autor ist Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit und Gemeindeaufbau in Chemnitz.

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