Im Kleinen Großes ändern

So wie Caroline Richter wollen evangelische Jugendliche am 16. Juni mit grünen Händen und Aktionen auf die UNO-Konferenz aufmerksam machen. (Foto: Steffen Giersch)

So wie Caroline Richter wollen evangelische Jugendliche am 16. Juni mit grünen Händen und Aktionen auf die UNO-Konferenz aufmerksam machen. (Foto: Steffen Giersch)

Man kann nichts ändern an globalen Krisen? Doch, sagt Caroline Richter vom Landesjugendpfarramt. Sie probiert es mit ihren Kollegen aus – und fährt zum UNO-Gipfel Rio+20.

 
Ich hatte in den letzten Jahren viel Kontakt und Jugendaustausch mit so genannten Entwicklungsländern. Dabei spürt man: Unsere Brüder und Schwestern dort leiden unter den Auswirkungen des Klimwandels – da können wir nicht wegsehen. Zusammen mit dem Dresdner Studenten Jakob Lehmann werde ich deshalb im Juni in der Delegation des Evangelischen Entwicklungsdienstes zum UNO-Gipfel für nachhaltige Entwicklung nach Rio de Janeiro fahren. Von dort wollen wir für evangelische Jugendliche online berichten.

Doch was politisch im Großen gewollt ist, muss man erst im Kleinen ausprobieren. Seit 2011 versuchen wir im Landesjugendpfarramt, unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten bewusst zu ändern. Wir nutzen beispielsweise Umweltpapier und verwenden einseitig bedrucktes Papier noch einmal. Wir greifen mehr auf unser gutes Leitungswasser zurück, anstatt Mineralwasser zu kaufen. Zur Versorgung bei Konferenzen und Sitzungen beauftragen wir einen Bio-Bäcker, und essen öfter vegetarisch.

Das heißeste Eisen ist die Mobilität, da wird noch viel diskutiert und es gibt Widerstände. Denn alle Referenten im Landesjugendpfarramt sind landesweit viel unterwegs, oft auch bis in schwer erreichbare Dörfer. Ich selbst habe kein Auto und finde es ganz entspannt, mit dem Zug zu fahren. Aber das bedeutet, vorher gut zu planen und mitunter eher loszufahren. Jetzt gibt es sogar eine ermäßigte Monatskarte für Mitarbeiter des Landesjugendpfarramts.

Das sind kleine, erste Schritte, die man gehen kann. Man muss einfach anfangen – und nicht nur darüber reden, dass die anderen einmal etwas tun müssten. Als Christen sollten wir dem Ruf der Umkehr folgen. Wir haben die Freiheit, anders zu handeln als es uns das kapitalistische System vermitteln möchte. Denn wir haben andere Koordinaten als Maßlosigkeit, hemmungsloses Wachstum und übertriebenen Konsum.

Notiert von Andreas Roth

Caroline Richter und Jakob Lehmann berichten von der UNO-Konferenz in Rio per Internet-Video auf www.green-hand-day.de .

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