Lasst euch überraschen!

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Der Heilige Geist weht bekanntlich, wo er will. Sogar auf Synoden – im April konnte man ihm in Dresden dabei zusehen, schien es, als man um eine christliche Haltung zur gleichgeschlechtlichen Liebe rang. Woran man den Geist erkennt? Er weckt Verständnis, lässt nach Gott suchen und Vertrautes zurücklassen, lässt fragen und zuhören. In Respekt, um nicht zu sagen: in Liebe.

Der Aufruf der Evangelisten um Theo Lehmann zu einer Bekenntnissynode gegen eine Öffnung der Kirche für homosexuelle Partnerschaften ist so ziemlich das Gegenteil davon.

Nun gibt es den Heiligen Geist leider nicht in Tüten. Man kann ihn nicht mitnehmen, und so kam, was manchen schon am Ende der Synodentagung anwehte: Der kühle Luftzug der Ernüchterung. Eine Ernüchterung, die nach menschlichen Maßstäben völlig berechtigt ist. Unter ihren Gesichtspunkten liegen die Dinge nämlich klar: Sachsens Pfarrhäuser werden nach den Entscheidungen von Kirchenleitung und Synode für homosexuelle Beziehungen geöffnet. Sicher, nur in Einzelfällen, die Kirchenvorstände dürfen mitreden und die Gewissen bleiben geschützt.

Doch die Tür ist offen. Christen, die aus der Bibel ein striktes Nein dazu lesen, sahen in dem Kompromiss eine Niederlage. Nicht zu Unrecht – mit menschlichen Maßstäben gemessen.

Der Heilige Geist rechnet anders. Seine Vornamen sind Glaube, Liebe, Hoffnung. Er zeigt sich nicht in selbstgewissen Aufrufen und Bekenntnissen. Er zeigt sich im offenen Hören auf Gottes Wort. In einem Lauschen auf Gottes Überraschungen. Es gibt ein Buch, das ist voll mit Geschichten über die Irrtümer der Gläubigen mit ihren festgelegten Gottesbildern. Es heißt: Die Bibel.

Andreas Roth

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