Temelin-Ausbau: Keine Gefahren bei Störfällen? Stellungnahme des Umweltministeriums verharmlosend und lückenhaft

Dresden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen sind schockiert über die Stellungnahme des sächsischen Umweltministeriums zu den Umweltauswirkungen durch den Ausbau des Atomkraftwerks Temelin in Tschechien. Darin wird behauptet, dass für Sachsen keine negativen Auswirkungen durch die geplante Erweiterung zu befürchten seien.

"Das ist keine fachliche Stellungnahme, sondern ein Befürwortungsbrief.", so Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender der sächsischen GRÜNEN. "In seiner lückenhaften Stellungnahme blendet Minister Kupfer die vielfältigen Gefährdungen von Umwelt, Gesundheit oder Lebensmitteln einfach aus."

Schon aufgrund der räumlichen Nähe des Atomkraftwerks zu Sachsen seien Auswirkungen nicht auszuschließen: "Temelin liegt keine 200 Kilometer von der sächsischen Grenze entfernt. Es ist absolut blauäugig, zu glauben, dass bei einem schweren Störfall Sachsen keine Gefahr droht! Minister Kupfer hat nichts aus Tschernobyl und Fukushima gelernt."

Zschocke erinnert daran, dass Tokio nach der Katastrophe von Fukushima die Evakuierung drohte. Die japanische Metropole ist etwa 250 Kilometer von Fukushima entfernt. "Obwohl der große Teil der freigesetzten Radioaktivität Tokio zum Glück nicht traf, war danach unter anderem ein Schulhof so stark radioaktiv belastet, dass der Boden abgetragen werden musste."

In seiner kurzen Stellungnahme an die tschechische Regierung geht das sächsische Umweltministerium nicht auf negative Umweltauswirkungen ein: "Vom Uranabbau über Anreicherung, Betrieb und Rückbau bis zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle: All das wurde von tschechischer Seite nicht umfassend untersucht, die Risiken wurden nicht dargestellt oder verharmlost. Bis heute gibt es zum Beispiel kein einziges betriebsbereites Endlager für radioaktive Abfälle. Ein Entsorgungskonzept hat auch Tschechien nicht.", erläutert Zschocke.

Der GRÜNEN-Vorsitzende fordert den Umweltminister zum Nacharbeiten auf: "Wir erwarten eine ernsthafte und umfassende fachliche Stellungnahme zu den Umweltauswirkungen des AKW-Ausbaus in Tschechien."
Zschocke selbst hat bereits im Mai eine Bürgereinwendung an das Umweltministeriums der Tschechischen Republik übersandt. Diese ist hier abrufbar: Einwendung Zschocke Temelin Pressemitteilung 2012-38 vom 15.06.2012
Stellungnahme des sächsischen Umweltministeriums an das tschechische Umweltministerium. http://www.medienservice.sachsen.de/medien/assets/download/93784

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