Sich Erquickung gönnen

wasser

Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Matthäus 11, Vers 28

Jetzt haben sie gegenüber im Eisgarten einige Stühle und Tische aufgestellt. Eine richtige Stadt-Oase ist es geworden. Und wenn es im Sommer heiß ist, kommen die Leute und verzehren Vanille, Erdbeer und Schoko. Ich kann es von meinem Schreibtisch aus sehen. Da sollte ich doch auch mal Pause machen und rüber gehen, um bisschen kühle Creme aus einer Waffel zu schlecken. Das wird der Körper genießen – erfrischend, regelrecht erquickend.

Doch da war doch noch was? Ach ja, der Wochenspruch: Christus lädt zur Erquickung bei sich ein.

Da empfiehlt es sich, gleich noch einen Kurzbesuch in der nahen Stadtkirche anzuschließen. Sie wurde kürzlich baulich wiederhergestellt. Eine richtige Stadt-Oase ist es geworden. Vielleicht ist gerade Mittagsgebet. Und wenn nicht, kann ich mich von der nach oben strebenden Gotik über meinen Horizont hinaus weisen lassen. Außerdem wird der Gekreuzigte in meinem Blick sein.

Die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Welt ist mir somit deutlich vor Augen. Das stärkt das Bewusstsein, dass ich kein verlorenes Staubkörnchen im Weltall bin, sondern bei Gott bekannt und von Gott anerkannt. Und dabei kann ich spüren, dass mein Alltagsdruck nachlässt. Ja, das wird die Seele genießen – entlastend, regelrecht erquickend.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Oasen in der Nähe haben, wo Leib und Seele Erquickung finden. Wenn es kein Eisgarten ist, dann vielleicht ein Tisch mit ’ner Tasse Tee oder ein Wäldchen mit frischer Luft. Wenn es keine geöffnete Kirche ist, dann vielleicht ein Fleckchen Erde oder ein Fleckchen Wohnung, auf dem Sie nicht abgelenkt werden und gedanklich Jesus Christus begegnen können.

Stephan Brenner
Der Autor ist Pfarrer für Gemeindeaufbau und Öffentlichkeitsarbeit in Chemnitz.

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