Das Vogtland feiert Kirchentag

Sie hoffen auf einen fröhlichen Kirchentag: Projektkoordinatorin Yvonne Gruber und Superintendent Matthias Bartsch bereiten das Treffen mit Christen aus den Kirchenbezirken Auerbach und Plauen vor. (Foto: Ellen Liebner)

Sie hoffen auf einen fröhlichen Kirchentag: Projektkoordinatorin Yvonne Gruber und Superintendent Matthias Bartsch bereiten das Treffen mit Christen aus den Kirchenbezirken Auerbach und Plauen vor. (Foto: Ellen Liebner)

 
Der Kirchentag am 30. Juni und 1. Juli soll ein Licht der Hoffnung sein – trotz Abwanderung und kleiner werdender Gemeinden.

Grün ist das Vogtland mit seinen Bergen, und grün ist auch die Farbe der Hoffnung. Sie steht im Zentrum des ersten Vogtländischen Kirchentags am kommenden Wochenende. Sein Motto: »HoffenLicht«. Hoffnung ist nötig im Südwesten Sachsens. Viele junge Menschen verlassen dort nach der Schule ihre Heimat, denn es fehlen Ausbildungs- und Arbeitsplätze.

»Das führt in den Kirchgemeinden zu tiefen Einschnitten«, sagt der Auerbacher Superintendent Rudolf Hesse. Kirchgemeinden, in denen noch vor zehn oder 20 Jahren alle Generationen vertreten waren, haben mittlerweile immer weniger junge Eltern, Kinder und Jugendliche. Die einstige Fülle geht verloren. Auch deshalb soll der Kirchentag ein Licht der Hoffnung anstecken – »HoffenLicht«. »Ich halte es für wichtig, dass wir dennoch von unserem Glauben her eine Kraftquelle haben, unsere Situation anzunehmen«, sagt Superintendent Rudolf Hesse.

Die Vogtländer haben gute Voraussetzungen dafür. »Es gibt hier eine viel stärkere Beschäftigung mit der Bibel als in anderen Regionen Sachsens«, das schätzt der Superintendent. »Viele Vogtländer leben selbstverständlich mit den biblischen Texten und haben die Erwartung, dass wir biblisch orientiert arbeiten.«

Der Vogtländische Kirchentag will mit Gottesdiensten und Diskussionen beides zusammenbringen: Die Probleme der Zeit und den Glauben. »In unserer Zeit, die in mehrfacher Hinsicht von Krisen bestimmt ist, kommt vieles darauf an, mutig und konzentriert die Gegenwart zu gestalten«, schreibt Landesbischof Jochen Bohl für den Kirchentag. »Ohne eine starke Hoffnung, die uns trägt, kann das kaum gelingen.« Tausende werden am 1. Juli in Plauen mitfeiern – die Christen im Vogtland werden an diesem Tag wieder viele sein.

Ein fröhliches Fest unter dem Motto »HoffenLicht« soll der erste Vogtländische Kirchentag werden. Fünf- bis sechstausend Besucher werden zu den zahlreichen Veranstaltungen am 30. Juni und 1. Juli erwartet, die ein Team von Verantwortlichen aus den Kirchenbezirken Plauen und Auerbach geplant hat.

»Wir möchten ein Hoffnungslicht setzen«, sagt der Plauener Superintendent Matthias Bartsch. Er wünscht sich, dass die Christen im Vogtland dadurch mehr zueinander finden. Der Kirchenbezirk sei keine erlebbare Größe, aber beim Kirchentag kann das Bewusstsein wachsen: Wir sind nicht allein.

Am 1. Juli fallen in vielen vogtländischen Orten die Gottesdienste aus, damit möglichst viele Gemeindeglieder zum Kirchentag nach Plauen fahren können. Dort finden am Sonntagvormittag sechs verschiedene Gottesdienste statt. Sie sind so unterschiedlich, wie das ganze Kirchentagsprogramm vielfältig ist. Es sei für jeden Geschmack etwas dabei, sind sich die Veranstalter sicher.

Am Samstagabend gibt es über das Vogtland verteilt sechs regionale Auftaktveranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten. In Oelsnitz treffen sich die Blechbläser. In Auerbach haben sich über 300 Chorsänger zum Chortreffen »… und der Altmarkt singt« angemeldet. In Klingenthal feiern ­Christen zusammen mit ihren Nachbarn aus dem nahen Tschechien.

Das Kirchentagslied hat der Auerbacher Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier geschrieben. Er ist verantwortlich für die musikalische Gestaltung des Kirchentags. »Hoffnung erwacht, weil Christus zu den Seinen hält«, heißt es in dem Lied, das so komponiert ist, dass es sowohl Junge, als auch Ältere mitsingen können.

Die ganze Bandbreite des Programms wird an den verschiedenen musikalischen Angeboten deutlich. So freut sich der Plauener Christ Frank Enders auf die Jugendnacht mit der »Outbreak-Band« aus Bad Gandersheim. »Ich mache selbst in einer Lobpreisband Musik und bin schon ganz gespannt darauf«, sagt er. Er hofft, dass mit diesem Konzert und dem Kirchentag auch Außenstehende auf den Glauben aufmerksam gemacht werden.

Ganz andere Klänge sind beim Mundartgottesdienst in der Pauluskirche zu erwarten. Kantorin Martina Gutzeit und Mundartpfarrer Karl-Heinz Schmidt gestalten den Gottesdienst zum Thema »Heimkehr erwünscht«. Dafür wurden selbst die Bibeltexte in Mundart übertragen. Die Lieder hat Martina Gutzeit selbst geschrieben. »Die passen genau in die Kirche«, sagt sie.

Ob Taize-Gottesdienst, Orgelwanderung, Kinder-Musical oder Mitsingzeit – so breit wie das musikalische Angebot, so breit sind auch die Themen der anderen Veranstaltungen gestreut. Höhepunkt des Kirchentags soll der Abschlussgottesdienst mit Landesbischof Jochen Bohl auf dem Plauener Johanniskirchplatz werden. Für Kirchenmusikdirektor Meier ist es wichtig, dass alle Chöre aus den Gemeinden sich beteiligen können. Der Kirchentag soll Ausstrahlung in die Gemeinden und in die ganze Gesellschaft haben: »Christen sind fröhliche Menschen«, sagt Ulrich Meier. »Sie haben eine Botschaft, die ins Leben trägt.«

Margitta Rosenbaum und Andreas Roth

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