Keine weiteren Suspendierungen

Landesbischof Bohl: »Ich bin sehr dankbar, dass diese beiden Mitarbeiter ihre Meinungen soweit erklärt haben, dass wir wieder zusammenarbeiten können.«

Landesbischof Bohl: »Ich bin sehr dankbar, dass diese beiden Mitarbeiter ihre Meinungen soweit erklärt haben, dass wir wieder zusammenarbeiten können.«

Zwei Mitarbeiter der Kirchenbezirke Marienberg und Aue, die in der Diskussion um homosexuelle Paare in Pfarrhäusern den Aufruf zu einer Bekenntnissynode unterschrieben hatten, dürfen weiterhin Angestellte der Landeskirche bleiben. Der Marienberger Jugendwart Michael Rausch und der Jugendmitarbeiter Michael Kaufmann aus Breitenbrunn hatten im Juni mit dem Evangelisationsteam erklärt, dass sie Landesbischof, Synode und Kirchenleitung nicht mehr als geistliche Leitung der Landeskirche anerkennen.

»Wir haben Gespräche geführt und die Frage der Loyalität geklärt«, so der Auer Superintendent Johannes Uhlig nach der Entscheidung des Kirchenbezirksvorstandes.

Auch der Vorstand des Kirchenbezirks Marienberg sprach sich nicht für Sanktionen gegen seinen Jugendwart Michael Rausch aus. »Nach einer Erklärung des Mitarbeiters, die auch dem Landesbischof und dem Landeskirchenamt vorliegt, setzen wir unsere Zusammenarbeit fort«, sagte der Marienberger Superintendent Rainer Findeisen. Über den genauen Inhalt der Erklärung wurde Vertraulichkeit vereinbart. An ihrer theologischen Kritik an der teilweise Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare hielten die Unterzeichner jedoch fest, ist zu hören.

Zuvor hatte das sächsische Landesjugendpfarramt den bei ihm beschäftigten Evangelisten Lutz Scheufler vom Dienst suspendiert, weil er ebenfalls den Aufruf zu einer Bekenntnissynode unterschrieben hatte. Landesbischof Jochen Bohl bezeichnete die Erklärung nach ihrem Erscheinen im Juni als »beispiellose Illoyalität« und »Aufruf zur Spaltung der Landeskirche«.

Nach den Entscheidungen der Kirchenbezirke Aue und Marienberg äußerte sich der Landesbischof versöhnlich. »Ich bin sehr dankbar, dass diese beiden Mitarbeiter ihre Meinungen soweit erklärt haben, dass wir wieder zusammenarbeiten können«, sagte Bohl während einer Diskussionsveranstaltung auf dem Vogtländischen Kirchentag in Plauen. »Insofern hat sich die Situation entspannt.«

Andreas Roth

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