116. Fernfahrerstammtisch zum Thema „Fahrverbote, Parkplatzsituation, Reiseverkehr und mehr“

BAB 4, Rastanlage Oberlausitz-Nord – 04.07.2012, 18:00 Uhr
Zweiundzwanzig FernfahrerInnen und Unternehmer nahmen am 116. Fernfahrerstammtisch teil, damit war dieser trotz beginnender Ferienzeit wie immer gut besucht. Mit großem Interesse wurden die Ausführungen zu Fahrverboten und Parkplatzsituation verfolgt.

Gerade das jetzt wieder aktuelle Fahrverbot für Lastkraftwagen in der Ferienreisezeit gab Anlass zu interessanten Dialogen. Um dieses Thema auch mal von einer anderen Seite zu beleuchten, wurden durch Polizeikommissarin Kristina Dietze vom Autobahnpolizeirevier Bautzen insbesondere die Ausnahmen vorgestellt, die nicht unter den Anwendungsbereich des Sonn- & Feiertagsverbotes bzw. der Ferienreiseverordnung fallen. Der ein oder andere „Aha-Effekt“ bestätigte die Notwendigkeit derartiger „Infoabende“.

Eine kritische Beleuchtung der in Europa und in Deutschland geltenden Fahrverbote wurde ebenso vorgenommen: insbesondere z.B. die Frage nach dem „Status quo“ zur derzeitigen Parkplatzsituation für LKW. Auch hier zeigte sich, dass beide Themen unmittelbar miteinander verknüpft sind, denn vor allem in der Ferienreisezeit wird der bestehende Parkplatzmangel sicht- und „spürbar“. So bildeten im Vortrag die besonderen Gefahren, die sich aus der „Überparkung“ von vorhandenen Parkplätzen ergeben, einen thematischen Schwerpunkt. Auch wurde ein Überblick über den aktuellen Stand der Bemühungen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Standentwicklung (BMVBS) gegeben und ein prognostischer Ausblick in die zukünftige Entwicklung des Verkehrsaufkommens sowie den daran zu knüpfenden Bedarfszahlen für den Lkw-Parkraum gewagt.

Im Anschluss stellte PHK Falko Schölzel als “Highlight“ einen Unfall vor, dessen Umstände dank der Aufzeichnungen der digitalen Kontrollgeräte-Daten aufgeklärt werden konnte. Der Unfall ereignete sich am 27. April 2012 auf der BAB 4 im Bereich der Anschlussstelle Hermsdorf. Unfallbeteiligt waren zwei PKW und zwei LKW. Nachdem ein Autotransporter auf einen Pkw aufgefahren war, hatte sich ein Sattelzug in ihm „verkeilt“ und auf diesen war ein weiterer Pkw aufgefahren – die Bilanz: 2 Verletzte (zum Glück ohne schwere Folgen) und Sachschaden in Höhe von ca. 250.000,- €. Vor Ort stellte sich den aufnehmenden Polizeibeamten die Frage nach der Unfallursache, die zu diesem enormen Schaden geführt hatte. Sowohl die erste Annahme, dass der 73-jährige Fahrer des ersten Pkw vor dem Autotransporter unter Missachtung des Sicherheitsabstandes eingeschert wäre und so den dann erfolgten Auffahrunfall verursacht hätte, erwies sich ebenso als falsch wie die Annahme, dass der aufgefahrene Sattelzug den Mindestabstand von 50 m unterschritten hätte. Die Auswertung der Aufzeichnungen beider digitaler Kontrollgeräte brachte dann die tatsächliche Ursache ans Tageslicht: „Unaufmerksamkeit“! Der Fahrer des Sattelzuges hatte offenbar viel zu spät auf das Abbremsen des vor ihm fahrenden Autotransporters reagiert. Sein Abstand hätte gereicht, um hinter diesem zum Stehen zu kommen, so aber fuhr er mit ca. 57 km/h auf den bereits stehenden Autotransporter auf, infolge dessen wurden die an sich ordnungsgemäß gesicherten Neufahrzeuge erheblich beschädigt.

Der nächste Fernfahrerstammtisch findet an „altbekannter“ Stelle am 1. August 2012 ab 18:00 Uhr statt – dann zum Thema „Toter Winkel“ und in Verbindung mit einem Grillabend. (sh)