Für eine Atmosphäre des respektvollen Miteinanders – Gegen religiös begründete Diskriminierung von Homosexualität

Leipzig/Pirna/Chemnitz. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen werben anlässlich der Christopher-Street-Days in Leipzig und Pirna am 14. Juli sowie des "Tüdelü" in Chemnitz am 21. Juli für die Gleichstellung aller Menschen und Familien. In einem Beschluss des Landesparteirates sprechen sie sich unter anderem gegen religiös begründete Diskriminierung von Homosexualität aus.
"Religiöse Haltungen dürfen Freiheit und Menschenwürde anderer nicht einschränken.", erklärt der Landesvorsitzende der sächsischen GRÜNEN Volkmar Zschocke, "Die Geißelung von Homosexualität als Krankheit und Sünde oder die Ablehnung homosexueller Paare im Pfarrhaus können allerdings dazu führen, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung herabgewürdigt und ungleich behandelt werden. Dies nehmen wir nicht hin."
Zschocke warnt zugleich davor, ganze Religionsgemeinschaften für die Intoleranz Einzelner in Haftung zu nehmen: "Wir wenden uns entschieden gegen pauschale Diskreditierung gläubiger Menschen und religiöser Gruppen. Die freie Religionsausübung erreicht für uns aber Grenzen, wenn in Gemeinden und Gesellschaft ein Klima der Intoleranz gegenüber Schwulen und Lesben geschürt wird. Es ist wichtig, dass Gemeinde- oder Kirchenleitungen dem aktiv entgegentreten."
Die GRÜNEN wollen Gleichstellung aller Menschen und ihrer Familien auch im kirchlichen Raum erreichen. "Wir wollen das Gleichbehandlungsgebot in der sächsischen Verfassung neu formulieren. Alle Menschen sollen unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität gleichgestellt sein und ihre Familien gleichbehandelt werden. Eine solche Verfassungsänderung wird auch auf Kirchen und Religionsgemeinschaften ausstrahlen.", ist sich Zschocke sicher. Der Umgang mit homosexuellen Familien in kirchlichen Einrichtungen oder Angestelltenrechte müsste dann neu bewertet werden.
Zschocke wirbt für eine Atmosphäre des respektvollen Miteinanders: "Homophobe Ideologien – egal wie sie begründet sind – müssen zurückgedrängt werden. Sie greifen nicht nur Würde und Menschenrechte Einzelner an, sondern sind eine Gefahr für das gesellschaftliche Zusammenleben insgesamt."
An diesem Samstag erreicht der CSD in Leipzig mit Demo und Straßenfest seinen Höhepunkt. Schirmherrin ist in diesem Jahr die Leipziger Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN Monika Lazar. Ebenfalls am Samstag wird der CSD in Pirna begangen. Monika Lazar hat auch die Schirmherrschaft für das SchwulLesbischBiHeteroTrans-Fest "Tüdelü" in Chemnitz übernommen, das eine Woche später stattfindet.
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Beschluss des Landesparteirates von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen: "Für freie Religionsausübung – gegen religiös begründete Diskriminierung von Homosexualität" (PDF-Download)
Pressemitteilung 2012-42 vom 13. Juli 2012

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