Das neue Töten

logo-bundeswehrSie droht fast im Sommerloch unterzugehen: die forsche Ankündigung des Verteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU), bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr anzuschaffen. Ab 2014 sollen die unbemannten, bewaffneten Flugkörper in das Arsenal der Armee aufgenommen werden, so der Minister. Drohnen werden per Computer aus sicherer Entfernung gesteuert und gezündet.

De Maizière preist sie als präzise Waffen, die zielgenauer treffen als herkömmliche Waffen und somit weniger Zivilisten gefährden. Der Einsatz von Drohnen sei deshalb als Fortschritt anzusehen.

Diese Argumentation darf mindestens naiv genannt werden. Denn in heutigen Kriegen verschanzen sich nicht selten feindliche Kämpfer in Siedlungen und Privathäusern. Greift man diese mit Drohnen an, dürfte wohl kaum von einer geringeren Gefährdung Unbeteiligter gesprochen werden.

Doch das eigentliche Problem ist die neue Unerschrockenheit, mit der hierzulande über Anschaffung und Einsatz international umstrittener Waffen gesprochen wird. Damit scheint der Krieg endgültig wieder salonfähig zu sein.

Aber es gibt auch kaum öffentliche Widerworte gegen den entschlossenen Minister, für den künftig der Einsatz der Bundeswehr überall auf der Welt vorstellbar ist. Es scheint, als hätten sich auch die Kirchen mit der angeblichen Alternativlosigkeit militärischer Einsätze abgefunden, als lohne das Streiten für den Frieden nicht mehr.

Doch es ist die Pflicht aufgeklärter Bürger sowie der Kirchen, sich zur militärischen Entwicklung Deutschlands zu positionieren. Wollen wir mit Drohnen kämpfen? Sollen wir überall auf der Welt kämpfen?

Es wäre wünschenswert, wenn sich zu diesen wichtigen Fragen von kirchlicher Seite nicht wieder nur Margot Käßmann zu Wort meldet.

Stefan Seidel

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