Unwettergeschehen in der Oberlausitz

Landkreise Görlitz und Bautzen – 20.08.2012, 20:50 Uhr – 21.08.2012, 11:20 Uhr

In der Nacht zu Dienstag suchten Unwetter mit Sturm und Starkregen die Oberlausitz heim und riefen so die Rettungskräfte auf den Plan. Insgesamt 28-mal rückten Feuerwehr und Polizei aus, um Gefahren abzuwehren und Schäden zu begrenzen. Dies betraf zumeist überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgefallene Straßeneinrichtungen oder abgeknickte Bäume.

Auf der Neukircher Straße (S 119) im Bautzener Ortsteil Stiebitz ereignete sich gegen 21:30 Uhr ein Verkehrsunfall, als eine 40-Jährige mit ihrem VW-Bus in einen umgestürzten Baum fuhr. Die Fahrerin blieb dabei zum Glück unverletzt, am Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von ca. 1.000,- €. Während des Gewittersturmes kam auch auf der B 99 zwischen Görlitz und Hagenwerder gegen 21:45 Uhr ein Pkw Mazda von der Fahrbahn ab. Der 85-jährige Fahrer und seine Beifahrerin konnten sich nicht aus eigener Kraft aus ihrem Fahrzeug befreien, dies übernahm ein Abschleppunternehmen. Am Mazda entstand Sachschaden (ca. 1.000,- €), die Senioren kamen ohne Verletzungen mit dem Schrecken davon.

Gegen 21:57 Uhr erhielt die Polizei die Mitteilung, dass auf der S 101 unterhalb der Autobahnbrücke zur Anschlussstelle Uhyst a.T. der Hang herunter gespült wurde, so dass sich die Erdmassen auf eine Höhe von bis zu einem Meter türmten und eine nicht unerhebliche Unfallgefahr darstellten. Die Straße wurde durch die Straßenmeisterei geräumt und konnte etwa eine Stunde später wieder freigegeben werden.

In Weißenberg deckte der Sturm das Dach des ehemaligen Feuerwehrgebäudes ab und verursachte Schaden in noch unbekannter Höhe. Auf der S 122 in Vierkirchen, OT Melaune wurden mehrere Verkehrsschilder umgeworfen und verbogen. Auf der B 156 zwischen Commerau und Lieske sowie zwischen Uhyst a.T. und der Uhyster Kreuzung beseitigten die örtlichen Feuerwehren umgestürzte Bäume. In Hagenwerder bei Görlitz schleuderte der Sturm eine Mülltonne gegen einen abgeparkten VW-Transporter. An ihm entstand Sachschaden von ca. 300,- €.

Über der Gemeinde Räckelwitz bei Kamenz wütete die Gewitterfront scheinbar besonders heftig. In einem Waldstück zwischen Schmeckwitz und Rosenthal gaben etliche Bäume dem Unwetter nach und wurden entwurzelt. Da sie auf die Straße zu kippen drohten, wurde die Kreisstraße 9235 vollgesperrt. Ein am ehemaligen Krankenhaus Räckelwitz abgeparkter Pkw Skoda wurde von einem umgestürzten Baum in Mitleidenschaft gezogen. Kurz nach Mitternacht beschädigte ein weiterer umgestürzter Baum Stromleitungen auf der Rosenthaler Straße in Schmeckwitz. Die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten in und um Räckelwitz dauern an.

Auch in Klitten bei Boxberg/O.L. rissen orkanartige Böen eine Stromleitung herunter, so dass gegen 01:00 Uhr ENSO-Mitarbeiter zur Störungsbeseitigung ausrücken mussten.

Eine ebenso unruhige Nacht erfuhren 25 Kinder und ihre fünf Betreuer, die in die Jugendherberge in Neschwitz, Kamenzer Straße, eingecheckt hatten. Sie wurden durch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr evakuiert und in einem nahegelegenen Gasthaus untergebracht, nachdem gegen 01:15 Uhr das „Puschwitzer Wasser“ über die Ufer getreten war und Straßen und Keller geflutet hatte.

Bis etwa 11:20 Uhr war die S 94 zwischen Burkau und Kamenz vollgesperrt. Dort wurde die Fahrbahn auf etwa 400 m von einer Schlammdecke gesäubert.

Die Gesamthöhe der durch das Unwetter entstandenen Sachschäden ist derzeit noch nicht bezifferbar, glücklicherweise sind jedoch keine Personenschäden zu verbuchen. (sh)