Gott behält das letzte Wort

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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. Psalm 33, Vers 12

Ihren Ursprung haben die Worte des 33. Psalms in der Berufungsgeschichte Abrahams. Dort wird ihm von Gott verheißen: »Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein« (siehe 1. Mose 12,1–3).

Jenseits aller Diskussion bleibt bestehen: Gott erwählt sein Volk und geht mit ihm seinen Weg. Die Zusagen Gottes und seine Erwählung stehen.

Der Psalmist beginnt sein Gebet mit einladenden Worten, mit Freude und Dank, die zu einem neuen Lied über Gottes Allmacht führen. Allein der Schöpfer des Himmels und der Erde kann das erste Schöpferwort sprechen: »Wenn er spricht, so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da« (Vers 9).

Menschen haben sich seit jeher an die Stelle Gottes gesetzt. Große und kleine Persönlichkeiten haben die Macht an sich gerissen und sind kläglich gescheitert. Der Blick in unsere eigene Geschichte – auch der Christen – zeigt, welche tiefen Abgründe der Wahnsinn blinder Selbstüberhebung aufgetan hat. Dies wird besonders angesichts der unbeschreiblichen Schuld am jüdischen Volk deutlich, die uns immer wieder in Demut und Beschämung führen muss und jeder Form von Antisemitismus entgegentreten lässt.

Der Psalmist nennt das Vertrauen auf menschliche Macht einen Betrug, von dem Wohl und Wehe abhängen. Worauf verlassen wir uns? Wer gibt uns letzte Sicherheit?

Gott selbst ist es, der die Geschichte überdauert. Sein Ratschluss bleibt ewig. Er behält das letzte Wort, auch wenn die äußeren Umstände scheinbar dagegen sprechen. Diese Gewissheit ist tröstlich.

Johannes Neudeck

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