Alles ist mir von Gott geschenkt

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Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.Lukas 12, Vers 48

Der zum Sprichwort gewordene Vers mag zunächst leicht verständlich erscheinen. »Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen …« Gibt es da nicht diejenigen – so könnte man meinen – die schnell erkennbar viel mehr abbekommen haben?

Der Kontext öffnet uns einen weiteren Horizont. Auf die Frage des Petrus führt Jesus das so genannte Gleichnis vom Verwalter weiter aus. Jesus beschreibt die Umstände seiner Wiederkunft und widerspricht zugleich allen Versuchen, Berechnungen jeder Art anzustellen. Von Maßlosigkeit, Gewalt und Abwendung vom Herrn ist die Rede.

Diese Erdung mit Blick auf den Himmel führt zur Neuausrichtung auf den kommenden Herrn Jesus Christus. Wer von der Auferstehungshoffung erfüllt und geprägt ist, weiß um die Vorläufigkeit allen irdischen Besitzes, aller vermeintlich so einflussreichen Positionen und aller anvertrauten Gaben. Alles ist mir von Gott geschenkt, daran orientiert sich meine Verantwortung.

Unter diesem Blickwinkel führt uns der Wochenspruch wieder zurück in den Gesamtkontext von Lukas 12: Die Frage nach Besitz, das falsche und rechte Sorgen fordern mich als Einzelnen stets erneut heraus: »Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein« (Vers 34).

Im großen Katechismus formuliert es Martin Luther so: »Woran Du Dein Herz hängst, das ist dein Gott«.

Als von Gott Befreite werden wir befähigt zur Bereitschaft zum Verzicht, wir können Abgeben und Teilen, auch im Wissen um Gottes Fürsorge (Lukas 12, Verse 22 bis 30).

Johannes Neudeck

Der Autor ist Friedensbeauftragter der sächsischen Landeskirche.

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